35 Menschen vom Rettungsschiff "Ocean Viking" wurden von einem maltesischen Armeeboot übernommen. Mehr als 180 weitere warten auf einen sicheren Hafen.

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Valletta – Kurz vor einem EU-Treffen zur Verteilung von Bootsflüchtlingen auf Malta hat der Inselstaat 262 Menschen aus Seenot gerettet. Das teilte das Militär am Samstag mit. Darunter waren auch 35 Menschen vom Rettungsschiff "Ocean Viking", die in maltesischen Gewässern aufgenommen und von einem Armeeboot übernommen wurden. Das Schiff von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen wartet nun aber immer noch mit mehr als 180 Geretteten auf einen sicheren Hafen. Unter ihnen würden sich Kinder, ein Neugeborenes und eine schwangere Frau befinden.

Erst am Freitagabend war ein Boot mit 92 Geretteten wenige Seemeilen von Lampedusa entfernt von der Küstenwache lokalisiert und auf die süditalienische Insel eskortiert worden. Weitere 16 Menschen an Bord eines Bootes erreichten direkt die Insel, wie Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI am Samstag berichtete. Derzeit befinden sich 300 Menschen im Auffanglager der Insel, das Plätze für maximal 100 Personen hat.

Beratungen am Montag

Die Innenminister aus Deutschland Frankreich, Italien und Malta sowie Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft Finnland und der EU-Kommission wollen am Montag auf Malta über einen Verteilmechanismus von Menschen beraten, die auf dem Mittelmeer gerettet wurden. Damit sollen die teils wochenlangen Blockaden von zivilen Rettungsschiffen ein Ende haben. (APA, red, 21.9.2019)