Zum insgesamt fünften und angeblich letzten Mal verkörperte Sylvester Stallone (73) den Selbstjustiz-Veteranen John Rambo.

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Hollywood – Was viele nicht wissen: Die Figur des Vietnamkriegs- und Selbstjustizveteranen John Rambo ist mitnichten eine Erfindung von Sylvester Stallone. Der 73-jährige Action-Star, der aktuell in seinem letzten Rambo-Film "Last Blood" im Kino zu sehen ist, verdankt seine Leib- und Lebensfigur dem US-amerikanischen Schriftsteller und Literaturprofessor David Morrell. Dieser schuf Rambo mit seinem Roman "First Blood" im Jahr 1972, gab die Filmrechte an der Figur aber noch im selben Jahr an Hollywood ab.

Mitreden kann Morrell bei der populären Actionreihe also nur noch, wenn er gefragt wird. Bei früheren Filmen war das häufig der Fall, am aktuellen bluttriefenden Blockbuster "Rambo: Last Blood" war der Autor allerdings nicht beteiligt. Und das schmerzt ihn offenbar. Denn nun meldete sich Morrell öffentlich mit Kritik zu Wort und ließ kein gutes Haar an dem neuen "Rambo": Er stimme mit den schlechten Kritiken überein, der Film sei ein Fiasko, er sei "stumpfsinnig, erniedrigend, voller Stereotypen und Klischees", so Morrell.

Nach Besuch des Kinos habe er sich "entmenschlicht und erniedrigt gefühlt", sagte er dem Magazin "Newsweek". "Aus allen möglichen Blickwinkeln betrachtet, scheitert der Film auf so miserable Weise. Das einzig Gute, was ich sagen kann, ist, dass die ersten zwei Minuten vielversprechend waren."

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Morrell, der John Rambo als beseeltes Wesen mit komplexerer Psyche veranschaulicht haben will, hält den vierten Film der Reihe, "John Rambo" (2008), für den besten. Damals führte Sylvester Stallone selbst Regie und stand mit David Morrell im Austausch darüber, wie man die Figur möglichst tiefsinnig inszenieren könnte. Zu "Last Blood", bei dem Adrian Grunberg Regie führte, hat Morrell hingegen eine klare Meinung: "Ich hasse den Film". (red, 23.9.2019)