Der vom Iran beschlagnahmte britische Tanker Stena Impero soll demnächst freigegeben werden.

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Teheran – Der Iran hat am Montag abgekündigt, den seit 19. Juli beschlagnahmten britischen Tanker Stena Impero demnächst freizugeben. Alle rechtlichen Schritte seien abgeschlossen, sagte Regierungssprecher Ali Rabiei laut der Nachrichtenagentur Ilna. Der genaue Zeitpunkt der Freigabe sei aber vorerst unklar. "Die rechtliche Arbeit zu dem Tanker ist abgeschlossen, und der Öltanker kann sich frei bewegen", zitierte die Nachrichtenagentur Fars News den Sprecher.

Bereits am Sonntag hatte der Eigentümer der schwedischen Firma Stena Bulk, der das Schiff gehört, erklärt, dass er informiert worden sei, dass der Tanker "in wenigen Stunden" freigegeben werden soll. Wenig später erklärte der Leiter der Hafenbehörde der iranischen Provinz Hormozgan, Allahmorad Afifipour, dass sich die Stena Impero "nach dem Ablauf von 65 Tagen" in Richtung internationale Gewässer bewegen könne. Ob der Tanker bereits freigegeben worden ist, war vorerst unklar.

Beschlagnahmungen auf beiden Seiten

Der britische Öltanker war am 19. Juli von iranischen Behörden in der Straße von Hormus beschlagnahmt worden, nachdem zwei Wochen davor Großbritannien seinerseits den iranischen Tanker Grace 1 in der Straße von Gibraltar festgesetzt hatte. Der Iran begründete die Festsetzung der Stena Impero mit einer angeblichen Verletzung internationaler Vorschriften. Der Tanker habe seinen Transponder ausgeschaltet gehabt und nicht auf Warnungen reagiert, hieß es auf dem Internetportal der iranischen Revolutionsgarden.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt hatte die Beschlagnahmung als "Akt staatlicher Piraterie" bezeichnet. Großbritannien hatte die iranische Grace 1 Anfang Juli unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien beschlagnahmt und am 15. August wieder freigegeben. (red, Reuters, 23.9.2019)