Das Grab des ehemaligen spanischen Diktators Francisco Franco (1892–1975) wurde zur Pilgerstätte für Faschisten.

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Madrid – Spaniens Oberster Gerichtshof hat am Dienstag die Exhumierung der Gebeine des ehemaligen Diktators Francisco Franco (1892–1975) für rechtmäßig erklärt. Weil das Grab zu einer Pilgerstätte für spanische Faschisten geworden ist, will die sozialistische Partei von Regierungschef Pedro Sánchez die Gebeine verlegen lassen.

Erbaut von 34.000 Zwangsarbeitern

Eigentlich wollte Sánchez das Grab schon im Juni auf den Pardo-Friedhof außerhalb von Madrid verlegen, doch der Oberste Gerichtshof stoppte die Exhumierung nach einer Anzeige von Francos Nachfahren. Nach dem aktuellen Gerichtsurteil kann die Regierung ihre Pläne umsetzen. Sie will das sogar noch vor den vorgezogenen Neuwahlen am 10. November bewerkstelligen.

Franco hatte das monumentale Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen), angeblich zur Huldigung der Opfer des Spanischen Bürgerkriegs (1936–39), den er selbst ausgelöst hatte, errichten lassen. Erbaut wurde es von 34.000 Zwangsarbeitern, großteils politische Gefangenen des Franco-Regimes. Heute ist es Pilgerstätte für die Bewunderer des Diktators. (red, APA, 24.9.2019)