30.901 Brandherde zählte das Institut für Weltraumforschung (Inpe) allein auf brasilianischem Territorium

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Brasilia – Im Zuge eines Armeeeinsatzes gegen die Brände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 63 Verdächtige festgenommen und Strafen in Millionenhöhe verhängt worden. Das sagte der brasilianische Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva am Montag in Brasilia. Die verhängten Strafen im Zusammenhang mit den Waldbränden belaufen sich demnach auf umgerechnet 7,9 Millionen Euro.

Die Amazonas-Wälder spielen eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung des globalen Klimas. Wegen der zahlreichen Brände in der Region geriet Präsident Bolsonaro, der das Ausmaß der Brände entgegen der Meinung von Klimaschützern immer wieder klein redete, international unter Druck. Am 23. August unterzeichnete er schließlich ein Dekret für einen Armeeeinsatz gegen die Brände am Amazonas. Am vergangenen Freitag wurde dieser Einsatz bis zum 24. Oktober verlängert.

30.901 Brandherde im brasilianischen Amazonasgebiet

Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe) hatte Anfang September mitgeteilt, dass sich die Vernichtung der Regenwälder im brasilianischen Amazonasgebiet binnen eines Jahres nahezu verdoppelt habe. Im August wurden auf brasilianischem Territorium 30.901 Brandherde gezählt, wie bei der Pressekonferenz unter Berufung auf das Inpe mitgeteilt wurde. Das sind fast drei Mal so viele wie im August 2018.

Dem seit Jahresbeginn amtierende Präsident Jair Bolsonaro hat Umweltschutzauflagen gelockert. Brasilianische Bauern durften zuletzt nicht mehr fünf, sondern 20 Hektar Fläche abbrennen, um Platz für Ackerbau und Viehzucht zu machen. Der Verteidigungsminister hob hervor, dass es sich bei den Amazonas-Bränden nicht nur um Waldbrände handle, sondern auch andere Gebiete betroffen seien. Die Zahl der Brände in den Tropenwäldern selbst habe vom 1. bis 22. August sogar deutlich unter der im August üblichen Zahl gelegen. Azevedo kritisierte, dass im Ausland behauptet werde, "dass der Amazonas in Flammen steht". Davon könne keine Rede sein.

Am Montag fand in New York ein UN-Treffen zum Naturschutz in der Amazonasregion statt. Dabei wurde mitgeteilt, dass die Interamerikanische Entwicklungsbank und die Organisation Conservation International weitere 500 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) für den Schutz der tropischen Regenwälder bereitstellen. (APA, 24.9.2019)