Der Zentralbank und der Staatsanwaltschaft sind die Geldgeschäfte der niederländischen Großbank ABN Amro zu wenig transparent

Foto: Reuters / Piroschka Van De Wouw

Amsterdam – Die niederländischen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen die Großbank ABN Amro. Das niederländische Institut werde verdächtigt, über einen längeren Zeitraum Geldwäscheverdachtsanzeigen zu spät oder gar nicht abgegeben zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Die Bank habe das Verhalten ihrer Kunden zudem nicht ausreichend unter die Lupe genommen und Geschäftsbeziehungen mit verdächtigen Kunden nicht rechtzeitig abgebrochen. Die Ermittler äußerten sich nicht dazu, welchen Zeitraum sie untersuchen. Der Kurs der ABN-Amro-Aktien brach um mehr als acht Prozent ein. Ein ABN-Amro-Sprecher sagte, die Bank sei am Mittwoch über die Ermittlungen informiert worden und habe keine Informationen zu den möglichen Auswirkungen.

Auch Zentralbank ermittelte

Anfang August hatte das Geldhaus allerdings bereits gewarnt, dass ihr möglicherweise Strafen wegen Geldwäsche drohten. Damals hatte die niederländische Zentralbank angeordnet, dass ABN Amro alle Privatkunden in den Niederlanden auf mögliche Geldwäsche und andere kriminelle Aktivitäten untersucht.

Im Vorjahr hatte eine Reihe von Geldwäscheskandalen in Europa für Aufsehen gesorgt. Erst am Dienstag und Mittwoch sicherten Ermittler bei der Deutschen Bank Unterlagen wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Geldwäsche im Skandal um die Danske Bank. Die Deutsche Bank war jahrelang als Korrespondenzbank für die größte dänische Bank tätig, die im Zentrum des weltgrößten Geldwäscheskandals steht. Der ABN-Amro-Konkurrent ING wurde im September 2018 zu einer Rekordstrafe von 775 Millionen Euro verdonnert. Die Behörden warfen der größten niederländischen Bank mangelnde Kontrollen von Kundenkonten vor. (Reuters, red, 26.9.2019)