Der IWF rät Griechenland, sich mit seinen Geldgebern auf eine Lockerung der Haushaltsziele zu verständigen.

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Athen – Auch über ein Jahr nach dem Ende der Hilfsprogramme für Griechenland bereitet die Haushaltspolitik der Athener Regierung dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Sorgen. Griechenland müsse sich mit seinen Geldgebern in der Eurozone auf eine Lockerung der Haushaltsziele verständigen, um den Weg für eine nachhaltige Erholung von Wirtschaft und Sozialsystem zu ebnen, erklärte die Organisation am Freitag.

Griechenland visiert in den kommenden drei Jahren einen Haushalts-Primärüberschuss von jeweils 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an. Zwar wird Griechenland dieses Jahr nach der Prognose des IWF sein Ziel erreichen. Aber schon für das kommende Jahr empfiehlt der Fonds, dass das Plus geringer ausfallen sollte. Bisher will Griechenland die Zielmarke erst nach 2020 auf 2,2 Prozent senken. Beim Primärüberschuss werden Zinskosten ausgeklammert.

Regierung bat Geldgeber um Flexibilität

Der IWF begründet seine Einschätzung mit einer ausgeprägten ökonomischen Flaute, nicht gedeckten Ausgaben für Sozialhilfe und überfälligen Investitionen. Zusammen mit Reformen sollten mit den weniger ehrgeizigen Zielen die Weichen für eine dauerhafte Erholung des Landes gestellt werden.

Die neue konservative griechische Regierung hatte Anfang September bei ihren internationalen Geldgebern um mehr Flexibilität bei den Haushaltszielen gebeten. Der IWF erwartet für Griechenland in diesem und im kommenden Jahr jeweils ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Zu den Risiken für eine Konjunkturerholung des Euro-Landes zähle vor allem ein schwacher Bankensektor. (APA, Reuters, 27.9.2019)