AMS will den angeschlagenen Lichtkonzept Osram übernehmen.

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München/Graz – Der österreichische Chip- und Sensor-Hersteller AMS hat sich fast 15 Prozent am Münchner Lichtkonzern Osram gesichert. Nach der Erhöhung des Übernahmeangebots hält AMS jetzt 14,69 Prozent der gesamten Osram-Aktien als direkte Beteiligung, wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte.

In der Bieterschlacht um den deutschen Lichtkonzern hat AMS mit einem ausgeklügelten Schachzug die Finanzinvestoren ausgestochen. Der steirische Chiphersteller hat sein Angebot von 38,5 auf 41 Euro je Aktie massiv aufgestockt, nachdem die konkurrierenden US-Finanzinvestoren Advent und Bain Capital angekündigt hatten, das bisherige ams-Angebot zu überbieten. Das erhöhte Offert von AMS gelte aber nur bei Annahme bis zum 1. Oktober, also kommenden Dienstag.

AMS hat eine Osram-Aktie sofort für 41 Euro gekauft – damit haben alle anderen Aktionäre automatisch Anspruch auf den gleichen Betrag, ohne dass das Übernahmeangebot dafür offiziell geändert werden muss. Außerdem verhinderten die Steirer damit, dass die Konkurrenten Bain und Advent zwei Wochen länger Zeit bekommen, AMS zu übertrumpfen.

Damit bietet AMS insgesamt 4,5 Milliarden Euro für das angeschlagene Unternehmen. Mit dem neuen Vorstoß hat AMS nun wieder bessere Chancen, die geforderten 62,5 Prozent der Osram-Aktien einzusammeln. Bis Donnerstagabend hatte AMS erst 7,35 Prozent sicher. Die meisten großen Investoren entscheiden sich aber erst in letzter Minute.

Die Titel zogen angesichts des zugespitzten Bieterkampfes um fast fünfeinhalb Prozent auf 40,77 Euro an. (Reuters, red, 27.9.2019)