Russlands Präsident Wladimir Putin beobachtet nach einem Besuch der Basis Hmeimim in Syrien 2017 einen Kampfjet durch das Fenster seiner Präsidentenmaschine.

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Damaskus – Bei russischen Luftangriffen im syrischen Bürgerkrieg sind seit deren Beginn vor vier Jahren nach Angaben von Aktivisten fast 8.300 Zivilisten ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien rund 2.000 Kinder, meldete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Diese stützt sich für ihre Angaben auf ein dichtes Netz an Informanten im Land. Wegen der schlechten Zugänglichkeit für Journalisten sind die Angaben aber kaum unabhängig zu überprüfen. Sie haben sich in der Vergangenheit meist, aber nicht immer als akkurat herausgestellt.

Laut dem Bericht wurden zudem rund 5.500 Kämpfer der Rebellengruppen sowie mehr als 5.200 Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet. Zivilisten machten somit mehr als 40 Prozent der Todesopfer aus, hieß es weiter.

Uno-Chef forderte Untersuchungen

Russland ist in dem Konflikt ein wichtiger Verbündeter der syrischen Regierung. Russische Jets hatten am 30. September 2015 mit Angriffen auf Rebellengebiete begonnen. Mit russischer Hilfe ist es der Regierung gelungen, wichtige Gebiete wieder einzunehmen. Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg beherrschen die Anhänger von Machthaber Bashar al-Assad rund zwei Drittel der Fläche des Landes.

Bei den russischen und syrischen Luftangriffen werden immer wieder auch Krankenhäuser und andere lebenswichtige Infrastruktur getroffen. Kritiker werfen den Verbündeten vor, es gezielt auf diese abzusehen. Uno-Generalsekretär António Guterres ordnete im August an, die Zerstörungen im letztem großen Rebellengebiet Idlib zu untersuchen. (red, APA, 30.9.2019)