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Verena Preiner holte Siebenkampf-Bronze.

Foto: AP/Hassan Ammar

Doha – Doha hat die Erkenntnis gebracht, dass Österreichs Leichtathletik wieder auf Weltebene mitmischt. Zum dritten Mal in der Geschichte von nun 17 Weltmeisterschaften gelang der Eintrag in den Medaillenspiegel, zum ersten Mal wurden gleich zwei Plaketten errungen. "Unser aller Erwartungen wurden übertroffen", sagte dazu Sonja Spendelhofer, die Präsidentin des heimischen Verbandes ÖLV.

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger und Siebenkämpferin Verena Preiner holten sich eine Bronzemedaille – geschlagen jeweils nur von den zwei Besten, die es derzeit in ihren Disziplinen gibt. Auch Ivona Dadic zählte zu den Medaillenanwärterinnen, fiel jedoch mit Zerrung im Oberschenkel bereits im Auftaktbewerb aus. Hürdensprinterin Beate Schott erreichte zum dritten Mal in ihrer Karriere das WM-Halbfinale. Marathonläufer Lemawork Ketema kämpfte sich mit Schmerzen als 41. ins Ziel, Speerwerferin Victoria Hudson ist um Erfahrung reicher, auch wenn es nur der 31. und letzte Platz in der Qualifikation wurde.

Zufriedene Verbandsspitze

"Zwei Medaillen in einer Sommersportart, die weltweit von über 200 Nationen ernsthaft betreiben wird, ist wirklich großartig", merkte Spendelhofer an, die im November 2016 an die Verbandsspitze gewählt worden war. "Einzig die Verletzung von Ivona ist sehr schmerzhaft. Aber sie ist eine Kämpferin und wird im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen umso stärker sein."

Die Sommerspiele in Tokio werden die nächste große Aufgabe. Und auch für Japan hat der ÖLV wieder Erfolgsprämien ausgesetzt. Erhielten Preiner und Weißhaidinger in Doha je 25.000 Euro für Bronze, so ist Gold in Tokio 205.000 wert. Symbolisch ist das ein Tausender für jede geschlagene Nation.

Medaillenanzahl verdoppelt

Bei Weltmeisterschaften hält Österreich nun bei insgesamt vier Medaillen, zuvor hatte es 1993 in Stuttgart Hochsprung-Bronze durch Sigrid Kirchmann und 2001 in Edmonton 800-m-Silber von Stephanie Graf gegeben. Die Kärntnerin war es auch, die 2000 in Sydney mit Silber die bisher letzte Olympiamedaille in der Leichtathletik für Österreich errang. Die Bilanz steht bei einmal Gold (1948/Herma Bauma/Speer), zweimal Silber und viermal Bronze.

Gezielte Projektförderung

ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler sieht die stabilen Leistungen, die auf Europa-Ebene bei den zwei jüngsten Titelkämpfen bereits zu Medaillen geführt haben – 2016 Bronze durch Dadic, 2018 Bronze durch Weißhaidinger und das Marathon-Team – als Ergebnis von gezielter Projekt-Förderung (nach dem Ende des Gießkannensystems) und Ausschöpfung der Sportwissenschaft.

Die Professionalisierung im Verband miterlebt hat die 31-jährige Schrott, die seit 13 Jahren auf internationale Bühne läuft. "Da bist du richtig stolz, da hat sich massiv was geändert", erklärte die Hürdensprinterin, deren EM-Bronze 2012 die erste Medaille nach 14 Jahren Flaute für Österreich war.

Sorgenkind Gugl bleibt

Weißhaidinger hat in der Südstadt sein "High Performance Center" und eine Trainings-Basis für die Zukunft. Verena Preiner trainiert im Olympiazentrum Sportland OÖ/Linz und hofft, auch weiterhin eine gute Outdoor-Anlage zu haben. Denn der Fußball-Bundesliga-Club LASK zieht ins Stadion auf der Gugl ein, Laufbahn und wettkampftaugliche Freiluftanlage sowie das Büro des Leichtathletik-Landesverbandes müssen weichen. "Die Medaille von Verena wird hoffentlich helfen, dass es eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten gibt. Es geht in Richtung eines Leichtathletik-Zentrums", sieht Trainer Wolfgang Adler eine Lösung. (APA, 6.10.2019)