Der Brexit, der Handelskrieg zwischen China und USA, die Zinssenkung in vielen Ländern und die Unruhen in Hongkong machen der Bank zu schaffen.

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London – Die britische Großbank HSBC will einem Zeitungsbericht zufolge weitere bis zu 10.000 Stellen streichen. Mit dem Abbau von mehr als vier Prozent der Arbeitsplätze wolle der neue HSBC-Chef Noel Quinn die Kosten drücken, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei in die Pläne eingeweihte Personen. Vor allem gut bezahlte Jobs sollten wegfallen. HSBC lehnte eine Stellungnahme ab.

Erst im August hatte die Bank neben einem überraschenden Führungswechsel den Abbau von rund zwei Prozent der Jobs oder 4.000 Arbeitsplätzen in diesem Jahr angekündigt. Der nun geplante Einschnitt komme zu den bereits angekündigten Stellenstreichungen hinzu, berichtete die "FT". Er könne bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal, die am 28. Oktober veröffentlicht werden sollen, bekanntgegeben werden. Ende Juni beschäftigte HSBC weltweit 237.685 Vollzeitkräfte.

Offenbar könnten die Stellen hauptsächlich in Europa gestrichen werden: "Wir stellen uns die Frage, warum es so viele Leute in Europa gibt, während wir in Teilen Asiens zweistellige Renditen erzielen", zitierte die "Financial Times" die Quelle, die ungenannt bleiben wollte.

Tagespolitik als Problem

Der Bank machen der Handelskrieg zwischen China und den USA, die Zinssenkungen in vielen Ländern, Unruhen in seinem wichtigsten Markt Hongkong und der nahende Brexit zu schaffen. Im August musste Vorstandschef John Flint nach nur 18 Monaten im Amt gehen. Ihm war vorgeworfen worden, auf die Eintrübung der Geschäftsaussichten zu langsam reagiert zu haben. Sein Nachfolger Quinn soll nun insbesondere das seit langem schwächelnde US-Geschäft auf Vordermann bringen.

Im August gab die HSBC eine deutliche Gewinnsteigerung für das erste Halbjahr bekannt: Der Nettogewinn des Finanzinstituts legte um 18,6 Prozent auf umgerechnet 7,6 Milliarden Euro zu. (APA, 7.10.2019)