Wien ist noch nicht ganz hoch hinausgekommen ist.

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Der Wettlauf der Standorte um Investitionen und Innovationen in Europa wird härter. Neben der Attraktivität der Staaten spielt auch die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen eine bedeutende Rolle bei der Frage, wo Fabriken oder Technologieschmieden angesiedelt werden. Welche Regionen dabei die Nase vorn haben, hat die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Berater Höffinger Solutions untersucht. Das Ergebnis im Stakkato: Nordeuropäische Metropolen rangieren weit vorn, österreichische Regionen schaffen es nur ins Mittelfeld.

Beurteilt wurde nach sogenannten Basisfaktoren, zu denen gesamtwirtschaftliche Zahlen, Kriterien der Infrastruktur oder Gesundheit zählen. Dazu kommen sogenannte Effizienzkriterien unter anderem bei Bildung und Arbeitsmarkt, die mit 50 Prozent den höchsten Anteil am Ergebnis haben. Ebenfalls bewertet wird die Innovation, beispielsweise anhand von Technologietransfer, Breitbandzugang, Zahl der wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsausgaben.

Stockholm vorne

Zusammengerührt ergibt sich folgendes Bild: Stockholm führt vor London und dem niederländischen Utrecht. In die Top Ten schafften es weitere Regionen aus Großbritannien, Deutschland, Luxemburg und Dänemark. Auffällig bei dem Ranking: Sieben der zehn besten Regionen sind Großstädte, die dank guter Infrastruktur wie Flughäfen und Bahnhöfe punkten können.

Doch Schweden zeigt, dass nicht nur Metropolen besonders kompetitiv sind. Sieben von insgesamt acht Regionen belegten in der Untersuchung überdurchschnittlich gute Plätze.

Stockholm hat die Nase vorn.
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Und Österreich? Hier schaffte nur Wien-Niederösterreich mit Rang 29 eine akzeptable Platzierung, wenngleich deutlich hinter anderen Großstädten. Allein in Deutschland liegen acht Regionen vor dem heimischen Primus. Stefan Höffinger, der gemeinsam mit der EU-Kommission für die Untersuchung verantwortlich zeichnet, sieht aber nach Platz 49 vor zwei Jahren eine deutliche Verbesserung von Wien-Niederösterreich. Nachsatz: "Die Region sollte den Anspruch haben, zu den Spitzenreitern zu zählen."

Tirol steigt ab

Auch sonst gab es einige Verschiebungen. So fiel Tirol auf den 91. Platz unter den insgesamt 268 analysierten Regionen in der Europäischen Union zurück, was in der innerösterreichischen Wertung einen Abstieg von der zweiten auf die vorletzte Stelle bedeutet. Nur Kärnten rangiert noch weiter hinten. Stark verbessert haben sich Vorarlberg, Oberösterreich und das Burgenland, das mit 36 Plätzen nach vorn den größten Sprung machte.

Dass es keine der österreichischen Regionen ins Spitzenfeld schaffte, liegt laut Höffinger u. a. an mäßigen Punkten bei Innovation, bei der die Bewertung unter geringen wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsausgaben leide. Die heimische Infrastruktur wird wegen Schwächen bei der Verkehrsanbindung (Straße, Schiene und Flugverbindungen) nicht allzu gut bewertet. (as, 8.10.2019)