Jacob Zuma am Freitag vor dem Gericht in Pietermaritzburg.

Foto: Leon Lestrade/African News Agency via AP

Johannesburg – Südafrikas ehemaliger Präsident Jacob Zuma wird wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht gestellt. Das steht nun fest, nachdem ihm die Justiz einen permanenten Schutz vor Strafverfolgung verweigert hat. Bei den Anschuldigungen geht es um ein Waffengeschäft im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar.

Ein Urteil von Südafrikas Oberstem Gericht machte am Freitag den Weg für einen Prozessbeginn kommenden Dienstag.

Deal aus den 1990ern

Zuma war von 2009 bis 2018 Präsident von Südafrika. Deshalb suchte er um Schutz vor Strafverfolgung an. Es geht um insgesamt 16 Anschuldigungen in Sachen Betrug, organisierte Kriminalität und Geldwäsche. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Kauf europäischer Militärausrüstung für die südafrikanische Armee in den späten 1990er-Jahren. Der 77-Jährige weist alle Vorwürfe von sich und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Hexenjagd.

Die Anschuldigungen wurden ursprünglich vor einem Jahrzehnt eingebracht, aber kurz nach Zumas Wahl im Jahr 2009 ad acta gelegt. Seine Kritiker kämpften vor Gericht, um die Vorwürfe wieder aufzubringen – was ihnen 2016 schlussendlich gelang. Zuma wehrte sich erneut – und verlor nun offenbar endgültig. (Reuters, red, 11.10.2019)