Die Bewohner Hongkongs gehen weiter auf die Straße.

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Die Polizei geht mit Gummigeschoßen und Tränengas gegen die Protestierenden vor.

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Hongkong – In Hongkong ist es am Sonntag erneut zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Demonstranten versammelten sich an verschiedenen Orten in der chinesischen Sonderverwaltungszone, um gegen die Regierung zu protestieren.

Die Rede war unter den Demokratie-Aktivisten von einer "Guerillataktik", weil es keinen zentralen Marsch gab, sondern sich kleine Gruppen an ganz unterschiedlichen Orten versammelten. So sollte es der Polizei erschwert werden, die Proteste aufzulösen.

Tränengas und Festnahmen

Radikale Aktivisten warfen Scheiben ein und verwüsteten Geschäfte und Restaurants. Auch wurden erneut Straßen blockiert. Die Polizei setzte Tränengas ein und machte Festnahmen. An vielen Orten wurde aber auch friedlich demonstriert.

Demonstranten trafen sich in Einkaufszentren und sangen gemeinsam die Protesthymne "Glory to Hongkong". Trotz eines in der vergangenen Woche verhängten Vermummungsverbots trugen viele von ihnen Gesichtsmasken, um so ihre Identität zu schützen und gleichzeitig gegen das Verbot zu protestieren.

Kritik an Polizei

Sie riefen "Hong Kong police mafia" als die Beamten eintrafen. Die Exekutivbeamten der Metropole wurden noch vor wenigen Jahren als die besten in ganz Asien gepriesen. Nun werden kritische Stimmen laut, dass die Beamten mit unnötiger Härte gegen die Demonstranten vorzugehen. Die Einheit hat ihren Rückhalt in der Bevölkerung verloren.

"Die Polizeibeamten haben so wenig Gewalt eingesetzt wie notwendig war, um die Randalierenden auseinanderzutreiben. Dabei setzten sie auch Tränengas ein", hieß es in einem Statement der Polizei am Sonntag: "Wir warnen die Menschen ihre illegalen Aktivitäten umgehend einzustellen."

Zuvor hatte es auch am Samstag Proteste in der Stadt gegeben. Insgesamt gingen laut Beobachtern aber weniger Menschen auf die Straße als an den Wochenenden zuvor, als es zu teils heftigen Kämpfen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen war.

Proteste seit Juni

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Massenprotesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei enden. Die Protestbewegung befürchtet zunehmenden Einfluss Chinas auf Hongkong.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber – anders als die Menschen in der von der KP beherrschten Ein-Parteien-Diktatur der Volksrepublik – mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten. (APA,, red, 13.10.2019)