Die Endrunde naht, man liegt sich in den Armen.

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Zeigte ein gutes Spiel: Valentino Lazaro.

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Teamchef Franco Foda im Plansoll.

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Jubel nach dem Schlusspfiff.

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Seit Sonntag, 22.35 Uhr, ist die Tür zur EM-Endrunde 2020 ganz weit offen. Österreichs Fußballteam siegte in Slowenien nach einer reifen Leistung ohne Marko Arnautovic mit 1:0. Die Gruppe G der Qualifikation ist vorentschieden. "Wir sind dominant aufgetreten", fasste Michael Gregoritsch die Partie zusammen. Sollte Österreich am 16. November im Happel-Stadion ein Remis gegen Nordmazedonien holen, und es gibt kaum Argumente dagegen, ist es vollbracht. Das Match drei Tage später in Riga gegen Lettland müsste nur mehr ordnungshalber bestritten werden. Polen ist nach einem 2:0 gegen Nordmazedonien bereits durch.

Die Standardsituation zu Österreichs Quali-Siegen.
DER STANDARD

Gregoritsch statt Arnautovic

Arnautovic ist also doch keine Maschine und auch kein Monster. Seine Achillesferse ist der Oberschenkel, der Ausfall hatte sich spätestens im Abschlusstraining am Samstagabend angekündigt. Der Physiotherapeut hatte dabei weit fitter und beweglicher gewirkt als der Spieler, der 30-jährige Arnautovic konnte gerade einmal unfallfrei gehen, er kam vom Trab nie in den Galopp. Ein Muskel benötigt eben Zeit, um sich zu entzerren. Stefan Posch und Konrad Laimer machten dafür mit, die medizinische Abteilung des ÖFB konnte zwei Drittel der Probleme lösen.

Anstelle von Arnautovic stürmte Augsburg-Legionär Gregoritsch, die zehn anderen hatten bereits beim 3:1 am vergangenen Donnerstag in Wien gegen Israel gedient. Franco Foda sagt vor praktisch jedem Spiel, gegen Slowenien war es sein 20. als österreichischer Teamchef, zwei Sätze. Erstens: "Entscheidend ist, wie wir auftreten." Zweitens: "Wir wollen immer gewinnen." Die Reihenfolge ist beliebig.

Slowenien stand nach dem Betriebsunfall in Nordmazedonien (1:2) unter Druck, Foda rechnete mit einem offensiven Gegner, was ihm aber recht wurscht war. Denn: "Entscheidend ist, wie wir auftreten." Sein Kollege Matjaz Kek empfand den Ausfall von Arnautovic als nicht maßgebend. "Bei Österreich haben alle Qualität."

Österreich überlegen

Und das machte sich im ausverkauften Stadion Stozice in Ljubljana (16.000, unter ihnen 807 österreichische Schlachtenbummler) schon bemerkbar. Es entwickelte sich eine äußerst intensive, von Zweikämpfen geprägte Partie, sie war kein Kunstwerk, aber doch spannend. Erneut war Marcel Sabitzer auffällig, Valentino Lazaro wirbelte auf der rechten Seite.

13. Minute: Flanke Sabitzer, Gregoritsch kommt zum Abschluss, Sloweniens Keeper Jan Oblak (Atletico Madrid) zeigt mit einem Reflex, dass er zu den besten seiner Zunft zählt. 21. Minute: Corner Lazaro, Posch schraubt sich in die Höhe, köpfelt mit dem Hinterkopf das 1:0. Es war der erste Treffer im Teamdress für den Hoffenheim-Legionär. Die physisch beachtlichen Gastgeber, die Nummer 58 in Weltfußball, waren nicht wirklich geschockt, Josip Ilicic kann hervorragend kicken.

In der 35. Minute reklamierten sie umsonst Handelfmeter, kurz darauf ließ der türkische Starschiedsrichter Cüneyt Cakir noch einmal Milde walten. Andreas Ulmer sprang mit gestrecktem Bein Roman Bezjak brutal in die Kniekehle, die Gelbe Karte war eine krasse Untertreibung, Rot wäre hochverdient gewesen. Zu Ulmers Verteidigung sei erwähnt, dass er vor der Attacke ausgerutscht ist, nicht mehr Herr seines Körpers war. Die knappe Pausenführung konnte als zumindest nicht unglücklich eingestuft werden.

In der zweiten Halbzeit änderte sich an der Charakteristik wenig, Österreich war besser, lehnte einen Kontrollverlust strikt ab. 62. Minute: Sabitzer prüft Oblak. Der eingewechselte Popovic sah für einen Ellbogencheck gegen Sabitzer Rot (89.), Österreich ließ nichts mehr anbrennen. Jubel. (Christian Hackl, 13.10.2019)

EM-Qualifikation, Gruppe G, 8. Runde, Sonntag

Slowenien – Österreich 0:1 (0:1)
Ljubljana, Stadion Stozice, 16.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Cakir (TUR)

Tor: 0:1 (21.) Posch

Slowenien: Oblak – Stojanovic, Al. Struna, M. Mevlja, Balkovec – Krhin (79. Popovic), Kurtic – Bezjak (61. Zajc), Ilicic, Verbic (69. Beric) – Sporar

Österreich: Stankovic – Posch, Dragovic, Hinteregger, Ulmer – Ilsanker, Baumgartlinger – Lazaro (88. Trimmel), Sabitzer (91. Kainz), Laimer – Gregoritsch (83. Onisiwo)

Rote Karte: Popovic (89./Tätlichkeit)

Gelbe Karten: Al. Struna, Bezjak bzw. Ulmer, Hinteregger, Laimer, Sabitzer