Ein Asylsuchender sucht nach seinen Habseligkeiten zwischen den Trümmern.

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Athen/Samos – Zwei Tage nach den schweren Krawallen in einem Registrierungslager auf der Insel Samos hat die griechische Polizei zwölf Migranten festgenommen. Drei davon – darunter einem 15-Jährigen – wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Sie sollen mit Stichwaffen drei andere Migranten verletzt haben, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Den weiteren Festgenommenen werden unter anderem Brandstiftung und Beteiligung an den Krawallen vorgeworfen.

Die Ausschreitungen begannen am Montagabend nach einem Streit zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan in Vathy, dem Hauptort von Samos. Danach kam es im und um das Lager, das an einem Hang über Vathy liegt, zu neuen Schlägereien und Randalen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Krawalle zu beenden. Acht Menschen mussten wegen Atemwegsbeschwerden im Krankenhaus behandelt werden. Die Feuerwehr konnte erst am Dienstagmorgen die von Randalierern gelegten Feuer löschen.

Lager auf anderen Inseln überfüllt

Im Registrierungslager von Vathy mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen harren zurzeit mehr als 5.700 aus. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos sind restlos überfüllt. Vor zwei Wochen war bei Ausschreitungen in einem Lager auf der Insel Lesbos eine Frau ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn sind nach jüngsten Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks mehr Migranten (39.775) aus der Türkei zu den griechischen Inseln gekommen als im gesamten Vorjahr (32.494). (APA, 16.10.2019)