Im EU-Parlament ist man sich nicht einig, welcher Messenger genutzt werden soll.

Foto: REUTERS/Dado Ruvic

Über welchen Messenger sollen Abgeordnete und Mitarbeiter des EU-Parlaments auf ihren PCs kommunizieren? Diese Frage tauchte kürzlich auf, nachdem die Linksfraktion einen Antrag gestellt hatte, um Signal am Desktop verwenden zu können. Die IT-Abteilung hatte das abgelehnt und empfahl stattdessen Whatsapp. Das sorgte für Verärgerung. Nun wurde die Entscheidung revidiert.

Nutzung von Signal wird geprüft

Signal wurde ursprünglich verboten, weil es sich nicht um eine Standardsoftware im Europäischen Parlament handle und nicht geprüft sei. Whatsapp könne genutzt werden, weil es ebenfalls Ende-zu-Ende-Verschlüsselung biete. Diese Erklärung sorgte für Verwunderung, gilt Signal doch als einer der sichersten Dienste, der von Datenschützern empfohlen wird. Auch wenn kürzlich eine Lücke in der Android-App bekannt wurde – der die Entwickler hatten sie jedoch innerhalb weniger Tage behoben. Nach Medienberichten will die IT-Abteilung des EU-Parlaments Signal nun aber doch eine Chance geben und teilte mit, den Dienst zu prüfen.

Bis diese Prüfung abgeschlossen ist, sollen die Abgeordneten aber nicht wie zuvor empfohlen Whatsapp nutzen. Stattdessen soll Jabber zum Einsatz kommen. Martin Schirdewan, der den Antrag für die Linksfraktion eingebracht hatte, will nun weitere Untersuchungen zu dem Thema veranlassen, wie er Heise mitteilte. "Wenn mir die Verwaltung des Europäischen Parlaments aus Sicherheitsgründen keinen gängigen Messenger installieren kann, ist das im Jahr 2019 doch ein wenig aus der Zeit gefallen und befremdlich. Ich werde durch weitere Anfragen versuchen in Erfahrung zu bringen, in welchen Bereichen die IT des Parlaments auch nicht up to date ist", so Schirdewan. (red, 17.10.2019)