Umweltrankings nach dem Motto "Die saubersten Automarken der Welt" sind mit Vorsicht zu genießen. Angesichts der Strafzahlung für CO2-Sünder werden laufend Studien veröffentlicht. Wenige beschreiben den Momentanzustand einer Modellpalette (da schneiden viele sehr schlecht ab), meist werden die Zukunftsaussichten aufgrund von Ankündigungen der Hersteller aufgelistet. Und der Schluss daraus lautet fast immer, je höher man den Anteil an Elektroautos und Plug-in-Hybriden angibt, umso besser ist das Ergebnis.

Toyota geht seit vielen Jahren einen ganz eigenen Weg, um niedrige Verbräuche zu realisieren. Und sie setzen auf Brennstoffzellen statt auf batterieelektrische Antriebe.
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Nur kann heute niemand sagen, wie hoch bei welcher Marke der Anteil an verkauften E-Autos in zwei, drei oder fünf Jahren tatsächlich sein wird. Nur ein Hersteller ist immer und überall Sieger, egal ob es sich um eine Bestandsaufnahme oder eine Prognose handelt: Toyota. Mit dem Hybridantrieb (mit der zweifellos etwas ungewöhnlichen Antriebscharakteristik) hat man schon vor 20 (!) Jahren die wirkungsvollste und aufrichtigste Methode zur CO2-Einsparung im Kraftfahrzeug etabliert und sukzessive über die gesamte Modellpalette ausgeweitet.

Genug Zeit

Mit den Elektroautos hat man es deshalb nicht besonders eilig, jedenfalls vom Flottenverbrauch her. Da hat man jetzt viel Zeit zum Überlegen, was die Japaner ja wirklich gerne tun.

Dem batterieelektrischen Auto gegenüber war man bei Toyota bisher eher verschlossen, man hat sich erst in letzter Zeit geöffnet, sieht es aber offenbar eher als Pflichtübung, um in bestimmten Märkten am Ball zu bleiben.

Anders bei Wasserstoff und Brennstoffzelle: Hier ist man ganz vorn dabei, die Komplexität der Technik liegt den Japanern, Toyota bringt bereits die zweite Generation des Mirai und kann jederzeit loslegen, wenn die Wasserstoff-Infrastruktur wächst. (Rudolf Skarics, 5.11.2019)