Den Chrysanthementhron bestiegt Naruhito zwar schon am 1. Mai, am Dienstag, dem 22. Oktober, erfolgte die shintoistische Inthronisationszeremonie, bei der er auch aus religiöser Sicht zum Tenno wurde – nun passt auch der Titel: himmlischer Herrscher.

De facto ist Naruhito, der 125. Tenno, Staatsoberhaupt der 127 Millionen Japaner, die ihrerseits mit 2018 fast 29 Millionen verkauften Pkw der nach Stückzahl größte Automobilhersteller der Welt sind. Was zu der Frage führt, welchen fahrbaren Untersatz ihm die dankbare Nation stellt.

Toyota baute Japans neuem Tenno Naruhito ein Einzelstück auf Basis der Luxuslimousine Century. Natürlich mit Chrysanthemen-Siegel.
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Schon der Stolz gebietet, dass es sich hier nicht um ein deutsches Fabrikat handelt (wie etwa Hirohitos Staatslimo nach 1935) – deren gepanzerte Prestigefahrzeuge haben weltweit die mit Abstand größte Verbreitung in den Fuhrparks der Staatenlenker, Regierungschefs und gekrönten Häupter -, sondern um Eigenbau.

Sein Vater, der zurückgetretene Kaiser Akihito, hatte als Staatskarosse, wie auch Premier Shinzo Abe, einen 6,16 m langen Toyota Century Royal mit 5,0-Liter-V12 und 280 PS. Den benutzt der Sohn weiter, benutzte ihn witterungsbedingt auch zur Krönungszeremonie. Zusätzlich verehrte ihm Hoflieferant Toyota aber noch was ganz Besonderes: ein auf Basis des aktuellen Century – die Luxuslimousine ist seit 2017 auf dem Markt – angefertigtes Cabriolet.

Royal Parade Car

Das Einzelstück mit dem Chrysanthemen-Siegel nennt sich Royal Parade Car, der Name ist Programm. Es bringt Naruhito künftig der aufgehenden Sonne näher und damit seiner mythischen Urahnin, der Sonnengöttin Amaterasu.

Die Abmessungen sind etwas bescheidener als beim vom Vater übernommenen Repräsentationsmobil, fünfeinhalb Meter tun es zwischendurch ja auch, und statt des 5,0-Liter-V12 besorgt ein vermutlich ökologisch korrekterer 5,0-Liter-V8-Hybrid mit allerdings rund 430 PS den Antrieb. (Andreas Stockinger, 3.11.2019)