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Ein Börsengang der Superlative: Der Ölriese Aramco, oft als die "Kronjuwelen" Saudi-Arabiens bezeichnet, wird, selbst wenn im Dezember nur ein bis zwei Prozent davon in den Handel kommen, dem Königreich einen Milliarden-Dollar-Regen bringen. Eine Erfolgsgeschichte für Saudi-Arabien und seinen ehrgeizigen Kronprinzen Mohammed bin Salman ist das dennoch nicht. Im Gegenteil, dem vielleicht bisher größten Börsengang der Geschichte haftet sogar leichte Verzweiflung an.

Als MbS, wie der Kronprinz genannt wird, ihn 2016 ankündigte, schien das größte Problem zu sein, welche internationale Börse – New York, Hongkong, London? – mit den Aramco-Aktien beehrt wird. Mittlerweile ist man bescheidener. Der Handel, der zwei Jahre später als geplant beginnt, bleibt erst einmal auf Riad beschränkt. Auch der damals genannte Wert von Aramco von zwei Billionen US-Dollar wird heute tiefer angesetzt.

Vor allem aber steht, was auch immer die Aramco-Aktien bringen werden, in keinem Verhältnis zu dem Geldbedarf, den MbS für die Großprojekte seiner "Vision 2030" hat. Das neue Geld fließt in den saudischen Public Investment Fund, der sich jedoch offenbar nicht so schnell füllt wie von MbS erwartet. Es gibt einiges, was Investoren abschreckt. Neben dem schlechten innenpolitischen Image des Königreichs ist es die Krise mit dem Iran, die die Golfregion – und auch Aramco – unsicher macht. (Gudrun Harrer, 3.11.2019)