Zu hohe Vergütungen könnten den Volkswagen-Vorstand wegen Untreue vor Gericht bringen und Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh wegen Beitrags zur Untreue.

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Düsseldorf/Wolfsburg – Nach Dieselbetrug und Marktmanipulation rollt auf die Volkswagen-Konzernführung eine neue Klage zu. Nun ist es Untreue, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig den Top-Managern des weltgrößten Autokonzerns im Zusammenhang mit Betriebsratsvergütungen vorwirft, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Justizkreise.

Konkret betroffen seien frühere und aktuelle Personalvorstände der Kernmarke VW, sie hätten zu hohe Gehälter für Betriebsräte geduldet. Volkswagen und Vorstände weisen die Vorwürfe, seit diese vor drei Jahren zum ersten Mal erhoben wurden, zurück. In der Spitze ermittelte die Anklagebehörde gegen fast 20 Personen, darunter den Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh. Er soll als Mitglied der Vergütungskommission "am Zustandekommen der mutmaßlich unrechtmäßigen Vergütungsvereinbarungen mitgewirkt haben", was ihm den Vorwurf der Beihilfe zur Untreue einbrachte. Eine Bestätigung seitens der Staatsanwaltschaft Braunschweig steht aus. Osterloh weist die Vorwürfe zurück, schreibt die Zeitung.

Die 2017 – nach Beginn der Ermittlungen – vorgenommenen teils drastischen Kürzungen der Betriebsratsgagen ändern an den Vorwürfen der Ankläger offenbar nichts. Laut Gutachten im Schiedsverfahren am Arbeitsgericht Braunschweig – da einigten sich die Streitparteien auf Kürzungen – lagen die Gagen teils 30.000 Euro zu hoch. (red, 3.11.2019)