Die neunte Woche der Regular Season ist fast vorbei, über die Hälfte der Saison haben wir hinter uns. Kansas City konnte einen großen Sieg einfahren, die "Minshew-Mania" erlebte einen Dämpfer, ein Krimi spielte sich in Seattle ab und Fans der Miami Dolphins durften dabei zum ersten Mal jubeln. Das Spiel des Abends fand aber in Baltimore statt.

Sie können doch verlieren

Die perfect season der New England Patriots fand ihr Ende. Gegen die Baltimore Ravens zogen Tom Brady und Co mit 20:37 deutlich den Kürzeren. Angeführt von Lamar Jackson (163 Yards, 17/23, ein TD), der gleich zweimal mit dem Ball in die Endzone lief, überrannten die Raben das Imperium streckenweise. Gleich in den ersten Angriffsserien konnten Punkte geholt werden. Es war ein exzellenter Gameplan, den sich Ravens-Coach John Harbaugh ausdachte, makellos umgesetzt von Jackson und Co. Mark Ingram lief für 115 Yards und Rookie Marquise Brown ließ immer wieder seine Schnelligkeit aufblitzen. Die Defensive stand ihren Mann, riss Brady zweimal zu Boden und konnte eine Interception durch Earl Thomas sowie einen Fumble samt Touchdown durch Marlon Humphrey erzwingen. Nicht einmal lagen die Ravens in Rückstand. Alles in allem einfach nur beeindruckend und ein ganz großes Ausrufezeichen.

Foto: getty/taets

Die Patriots erlebten also ihre erste Saisonniederlage gegen den stärksten Gegner, den man bisher in der Regular Season traf. Tom Brady (285 Yards, 30/460) warf einen TD auf Receiver-Neuzugang Mohamed Sanu und eine späte Interception. Das Laufspiel war im Grunde genommen nicht existent, auch wenn James White einen Touchdown erzielen konnte. Es waren insgesamt zu viele (untypische) Fehler, die den Sieg in weite Ferne rücken ließen. Entweder konnte man Situationen nicht ausnutzen (Ravens RB Mark Ingram fumbelte den Ball an der eigenen 11-Yard Linie, New England kam nur zu einem Field Goal) oder man machte selber Fehler in Form eines Ballverlusts durch Julian Edelman, der in einem Return-TD durch Humphrey mündete. Ein Turnover für die beste Defense der Saison, keine Interception und nur ein Sack: Da ging nicht wirklich viel für die Patrioten. Jetzt heißt es in der BYE-Week Wunden lecken, ehe es gegen die Philadelphia Eagles weitergeht. Die perfekte Saison kann ab sofort nur noch von den San Francisco 49ers erreicht werden.

Texans siegen in London

Die Houston Texans taten sich gegen die Jacksonville Jaguars alles andere als schwer: Die Texaner konnten sich in London deutlich mit 26:3 durchsetzen. Angeführt von Quarterback Deshaun Watson (201 Yards, 22/28, zwei Touchdowns) und einem starken Laufspiel großteils über Carlos Hyde (160 Yards) konnte sich Houston gegenüber dem Divisionsrivalen behaupten. Die Offensive-Line musste ohne Left Tackle Laremy Tunsil auskommen, dennoch war man auf den eigentlich starken Pass Rush der Jaguars gut vorbereitet. Nur einmal wurde Watson zu Boden gerissen. Für die Touchdowns sorgten Runningback Duke Johnson, Receiver-Star DeAndre Hopkins sowie Darren Fells.

Defensiv spielte man im ersten Spiel nach der schweren Verletzung von J.J. Watt groß auf: Nicht nur, dass man nur drei Punkte der Jaguars zuließ, die Art und Weise war dabei äußerst beeindruckend – zwei Interceptions und zwei erzwungene Fumbles ergaben am Ende vier Turnover. Neuzugang Gareon Conley zeigte mit acht Tackles und zwei abgelenkten Pässen auf.

Foto: reuters/boyers

Auf der Gegenseite erhielt die Minshew-Mania einen ordentlichen Dämpfer: Der junge Spielmacher warf für 309 Yards (27/47) und zwei Interceptions. Zudem verlor er noch einmal den Ball. Seine Mitspieler taten ihm aber auch keinen Gefallen und ließen den Ball mehr als einmal unbedrängt fallen. Leonard Fournette erlebte mit 40 Rushing-Yards die schlechteste Saisonleistung bisher. Solche Spiele gehören zum Leben eines Rookie-Quarterbacks dazu und sollten nicht zu stark überbewertet werden. Nick Foles kehrt in der kommenden Woche wieder zurück. Head Coach Doug Marrone hat dann die Qual der Wahl: Geht er mit dem Rookie weiter oder vertraut er doch wieder auf den wiedergenesenen Super Bowl MVP?

Wer tankt hier?

Die Miami Dolphins waren in den vergangenen Wochen das Negativ-Team der Stunde. Die Delfine gaben ihre besten Spieler zu anderen Vereinen ab und schienen sich schon mehr mit der Planung für die kommende Saison zu beschäftigen. Tanken – das absichtliche Verlieren um sich einen besseren, wenn nicht den besten Draftpick zu sichern – war das Stichwort. Doch dann kamen die New York Jets nach Florida und alles ist plötzlich anders: Die Dolphins konnten mit einem 26:18 Erfolg ihren ersten Saisonsieg einfahren.

Ryan "Fitzmagic" Fitzpatrick hatte einen absoluten Zuckertag mit 288 Yards (24/36) und einem Touchdown. Preston Williams kam auf zwei Touchdowns, DeVante Parker auf einen. Tight End Mike Gesicki hatte mit 95 Receiving-Yards maßgeblichen Anteil an der Offensiv-Performance seines Teams. Defensiv konnte Jomal Wiltz Jets-QB Sam Darnold einmal abfangen.

Darnold konnte seine Offensive nur sehr schwer einsetzen: Er selbst kam zwar auf 260 Yards (27/39, ein TD, eine INT), der gesamte Verband zeigte aber seine Schwächen. Le’Veon Bell lief bei 17 Versuchen für magere 66 Yards, Jamison Crowder kam auf 83-Receving-Yards und einen Touchdown. Sonst war nicht viel los. Jets Kicker Sam Ficken konnte drei seiner vier Kicks verwandeln und so neun Punkte beisteuern. Die Defensive kam immerhin auf einen Safety. Derzeit geht wenig bis gar nichts bei den Jets, die auch intern nach der Posse um den schlussendlich verhinderten Trade von Star-Safety Jamal Adams Probleme zu haben scheinen. Es ist wieder einmal eine lange Saison für Fans der Gang-Green.

Chiefs mit Ausrufezeichen

Ohne MVP Pat Mahomes trafen die Kansas City Chiefs zu Hause auf die Minnesota Vikings und deren gefürchtete Defensive. Am Ende entschied Kicker Harrison Butker die Partie zu Gunsten seiner Chiefs, als er ein 44-Yard-Field Goal mit dem Schlusspfiff zum 26:23 Sieg verwandeln konnte. Backup-QB Matt Moore machte was man sich von ihm erwartete: Er spielte wenig spektakulär (275 Yards, 25/35, ein TD), konnte so aber seine Mannschaft zumindest einmal in die Endzone führen. Tyreek Hill explodierte wieder einmal mit 140 Receiving-Yards und einem Touchdown bei nur sechs Ballfängen. Den Touchdown des Abends markierte aber Runningback Damien Williams, der mit einem 91-Yard-Run den längsten Lauf der Saison beisteuerte. Defensiv war nicht viel los bei den Chiefs, zwei abgelenkte Pässe, ein Sack von Chris Jones. Der Sieg war der große Verdienst von Kicker Butker (4/4) der alle seine Field Goals unterbringen konnte. Und schlussendlich auch von Vikings-QB Kirk Cousins, der im entscheidenden Moment abermals nicht anschreiben konnte.

Foto: getty/eulitt

Der Quarterback spielte ebenfalls wenig berauschend, war aber mit drei Touchdowns und 220 Yards (19/38) deutlich effektiver als sein Gegenüber. Dennoch ließ er die nächste Chance aus, der Welt zu zeigen, dass er tatsächlich auch den Clutch-Faktor in sich trägt: Mit 2:30 Minuten auf der Uhr bei ausgeglichenem Spielstand war eigentlich alles angerichtet, um das Spiel in die Vikings-Richtung zu lenken. Allerdings versagten die Nerven, Minnesota musste punten. Wie verkehrt dieses Spiel war zeigt allein der Blick auf das Stat-Board: Laquon Treadwell – von dem man eigentlich schon von einem Bust sprechen darf – führte die Vikings mit 58 Receving-Yards an. Dalvin Cook wurde bei 71 Yards bei satten 21 Versuchen gehalten. Defensiv riss man Moore zwar fünfmal zu Boden, sonst ging nicht viel. Will man als Titelanwärter gelten, muss man gegen einen ersatzgeschwächten Kontrahenten auch gewinnen. Eine vertane Chance für die Wikinger, ein großer Sieg für die Chiefs.

Der GOAT verkickt

Vergangene Woche noch der umjubelte Held, diese Woche der Buhmann: Adam Vinatieri, Kicker der Indianapolis Colts, verkickte in der letzten Minute ein potentiell gewinnbringendes Field Goal und ließ die Pittsburgh Steelers am Ende mit 26:24 jubeln. Die berühmten Nähte am Ball waren "in" und nicht "out" – damit kann kein Kick erfolgreich bestritten werden.

Es war nicht der einzige Rückschlag der Colts, die zu Beginn des zweiten Viertels auch noch ihren Quarterback Jacoby Brissett wegen einer Knie-Verletzung verloren. Brian Hoyer kam für ihn ins Spiel und warf drei Touchdowns bei 168 Yards (17/26). Mit Zach Pascal (76 Yards, ein TD) und Parris Campbell (53 Yards) konnten zwei Colts-Spieler den Ausfall von T.Y. Hilton kompensieren. Defensiv sorgte Kenny Moore für eine Interception und Justin Houston und Marvell Tell für erzwungene Fumbles. Das Spiel ging oft hin und her, Ballverluste hier und dort. Es sollte dennoch nicht reichen aus Sicht der Colts.

Umgekehrt dürfen sich die Steelers über den Sieg freuen. Diesmal ging der Erfolg auf die Defensive Pittsburghs zurück: Neuzugang Minkah Fitzpatrick drückte dem Spiel einmal mehr seinen Stempel auf und kam abermals auf eine Interception, die er gleich zu einem 96-Yard-Touchdown umwandelte. Seitdem die Steelers Fitzpatrick von den Dolphins zu sich holten, kam der Defensiveback auf vier Interceptions, zwei erzwungene Fumbles und sechs unterbrochene Pässe – besser geht es fast nicht. T.J. Watt war auch wieder voll da, kam auf 1.5 Sacks. Und ein geblockter Extra-Punkt war auch noch dabei, aber das war am Ende nicht mehr wichtig. Offensiv war wenig bis gar nichts los: Mason Rudolph ward 191 Yards (16/35) und je einen Score bzw. eine INT. Trey Edmunds war mit 73 Yards bester Läufer, Jaylen Samuels mit ebenso vielen Yards bester Ballfänger. Die Playoff-Chancen sind mit einem ausgeglichenen Sieg-Niederlagen-Verhältnis (4-4) tatsächlich noch intakt.

Bills mit bester Startbilanz seit 1993

Die Buffalo Bills stehen nach sechs Siegen bei zwei Niederlagen mit dem besten Saisonstart seit 1993 da. Gegen die Washington Redskins erreichte man einen 24:9 Sieg. Bills QB Josh Allen warf nur 160 Yards (14/20) und einen Touchdown plus einem Rushing-Touchdown, doch das reichte gegen den desolaten Hauptstadt-Vorstadt-Klub. Runningback Devin Singletary kam auf insgesamt 140 Yards (95 Rushing-, 45 Receiving-Yards9 und einen TD.

Weil wir gerade bei Runningbacks sind: mit Frank Gore und Adrian Peterson stand der viertbeste dem sechstbesten Runningback aller Zeiten (zumindest den Zahlen gemessen) gegenüber. Peterson konnte von den Bills nur schwer gestoppt werden, er kam auf 108 Yards. Sein neuer Quarterback Dwayne Haskins gab sein Start-Debüt und warf 144 Yards (15/22). Ein solider Start ohne Fehler aber auch ohne Big Plays.

Bears im freien Fall

Die Chicago Bears mussten sich den Philadelphia Eagles mit 22:14 geschlagen geben. Es wurde also nichts aus der Revanche für die Playoff-Niederlage zu Beginn des Jahres. Quarterback Mitchell Trubisky zeigte abermals eine sehr schlechte Vorstellung, kam auf 125 Yards (10/21) und keinen Touchdown – aber immerhin auch keinen Turnover. Bis auf Rookie RB David Montgomery – zwei Touchdowns – war offensiv überhaupt nichts los. Defensiv machte man sich mit vielen Strafen das Leben selber sehr schwer, die Eagles nutzten diese Fehler eiskalt aus und brachten Punkte auf das Scoreboard. Vierte Niederlage in Folge für die Bären.

Bei Philadelphia konnte sich Runningback Jordan Howard bei seinem Ex-Team mit 82 und einem Touchdown vorstellen. Carson Wentz kam auf 239 Yards (26/39) und einen Touchdown, Zach Ertz war mit 101 Yards bester Fänger (ein TD).

Panthers mit Sieg Titans

30:20 Erfolg für die Carolina Panthers gegen die Tennessee Titans. Mann des Abends war einmal mehr Christian McCaffrey mit 146 Rushing-Yards und zwei Touchdowns plus drei Catches für 20 Yards und einem weiteren Score. Es geht eigentlich nicht mehr besser, Woche für Woche legt er solche Zahlen auf. Kyle Allen konnte sich von seiner schwächeren Performance gegen die San Francisco 49ers wieder erfangen und kam auf 232 Yards (17/32), zwei Touchdowns und eine Interception. Die beiden Receiver D.J. Moore (101 Yards) sowie Curtis Samuel (64 Yards, ein TD) zeigten auf. Letzterer wird in seinem dritten Jahr endlich voll in der Offensive integriert und bringt eine enorme Dynamik mit. Panthers Coach Ron Rivera wird auch immer spielfreudiger und ließ zweimal vierte Versuche ausspielen. Beide Male ging die Entscheidung auf (Fake Punts sind eine wunderbare Sache) und Touchdowns resultierten daraus.

Bei den Titans war nur Runningback Derrick Henry ein Lichtblick, wobei seine Zahlen (63 Yards, ein TD) auch ein wenig täuschen. Gerade in der ersten Halbzeit kam er gegen die Panthers-Defensive nicht weiter. Es war allgemein kein guter Tag der Titanen: Ryan Succop vergab alle drei Field Goals, Dion Lewis verlor einmal den Ball, Quarterback Ryan Tannehill warf ihn zweimal zum Gegenspieler. Die Panthers bleiben im Playoff-Rennen voll dabei.

Ein Königreich für eine Abwehr

Das Spiel zwischen den Oakland Raiders und den Detroit Lions war vom Fehlen der beiden Defensiv-Verbände geprägt. Oakland konnte in Form von Daryl Worley aber immerhin eine fantastische Interception verzeichnen. Ansonsten war aber auf beiden Defensivseiten nicht viel los. Die Raiders behielten mit 31:24 die Oberhand. Jon Gruden ließ QB Derek Carr (289 Yards, 20/31, zwei TDs) auf die Linebacker der Lions werfen, die damit absolut überfordert waren. Rookie Hunter Renfrow sorgte mit seinem Touchdown zwei Minuten vor Schluss für den letzten Touchdown. Der entscheidende Baustein für den Sieg war aber Rookie-RB Josh Jacobs mit 120 Yards und zwei Scores. Die Lions konnten ihm nichts in den gegen werfen.

Man hätte glauben können, zwei Minuten reichen Matthew Stafford um sein Team zu einem legendären Comeback-Siege führen zu können. Tatsächlich stand man acht Sekunden vor Schluss direkt an der Goalline Oaklands, nur um dann mit einem sehr fragwürdigen Playcall und ohne die zwei besten Passfänger (beide waren am Spielfeldrand) Kenny Golladay (132 Yards, ein TD) und Marvin Jones (126 Yards, ein TD) das entscheidende Play zu spielen. Logan Thomas – der dritte Tight End im Team – war das auserkorene Ziel und konnte den Ball nicht festhalten. Viele waren der Meinung, es war Darrell Bevell schlechtester Call an der 1-Yard-Linie (der Offensive Coordinator der Lions war damals für das Playcall im Super Bowl der Seattle Seahawks gegen die New England Patriots zuständig). Es war am Ende zu wenig und Matthew Stafford konnte eine weitere fantastische Leistung (406 Yards, 26/41, drei TDs, eine INT) nicht mit einem Erfolg krönen. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Lions einem weiteren Talent die Karriere verbauen. Die Playoff-Hoffnungen der Lions sind stark geschrumpft, was anhand der Leistungen auch in Ordnung geht. Die Raiders hingegen sind weiterhin im Rennen.

Krimi an Seattle

Ein verrücktes Spiel fand zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Seattle Seahawks statt – in der Nachspielzeit konnten sich Russel Wilson und Co mit 40:34 durchsetzen. Es war wieder einmal eine überragende Leistung des Quarterbacks, der den Sieg am Ende in Washington besiegeln konnte: Wilson warf 378 Yards (29/43) und gleich fünf Touchdowns. Dass es überhaupt in die Overtime kam, lag einzig und allein an Seahawks-Kicker Jason Myers, der ein 40-Yard Field Goal per Schlusspfiff vergab. Wilson war’s egal, er bekam den Ball und marschierte über das Feld. Nach einem TD-Pass auf Tight End Jacob Hollister war das Ding durch. Mit Tyler Lockett (152 Yards, zwei TDs) und D.K. Metcald (123 Yards, ein TD) hatten die Receiver einen starken Tag. Und mit Josh Gordon kommt noch ein Kaliber neu zur Mannschaft hinzu.

Tampa war knapp dran, lag zwischenzeitlich mit 14 Punkten in Front, konnte aber am Ende nur zusehen, wie Wilson die Defensive überrollte. Jameis Winston zeigte einmal mehr alle Facetten seines Repertoires (335 Yards, 29/44) und warf zwei Touchdowns, verlor aber auch einmal den Ball – wie jede Woche. Defensiv war der Pass Rush stark (drei Sacks, elf Hurries), Rookie-LB Devin White wurde mit zwölf Tackles zum menschlichen Highlight. Die Buccaneers sind über weitgehende Strecken nicht so schlecht wie der Record vermuten ließe – einzig die Umsetzung fehlt in den entscheidenden Momenten noch. Die Seahawks bereiten sich jetzt auf das Spitzenspiel gegen die San Francisco 49ers vor.

Der Untergang der NFC North

Mit dem Sieg 26:11 der Los Angeles Chargers über die Green Bay Packers haben tatsächlich alle vier Teams der sonst starken NFC North am Sonntag den Kürzeren gezogen. Green Bay fand überhaupt nicht ins Spiel, erst gegen Ende konnte man anschreiben. Die Chargers dominierten in allen Belangen, konnten defensiv durch Joey Bosa und Melvin Ingram (je 1.5 Sacks) überzeugen und Packers QB Aaron Rodgers so die Freude am Spiel nehmen. In den ersten drei Vierteln erzielten die Cheeseheads unglaublich magere 60 Yards, am Ende hatte Rodgers 161 Yards (23/35) und einen TD am Stat-Sheet. Offensiv machte Philip Rivers ein starkes Spiel, verteilte die Bälle in alter Manier (294 Yards, 21/28) und hatte mit Mike Williams einen dankbaren Abnehmer (111 Yards). Für die Touchdowns war Melvin Gordon zuständig, der 80 Yards erlief und dabei zweimal den Weg in die Endzone fand. Es wäre noch mehr möglich gewesen, insgesamt standen die Bolts fünfmal in der Redzone – nur zweimal ging es mit dem Ball auch in die Endzone. Ein wichtiger Sieg der Chargers, die damit auch noch im Playoff-Rennen sind. Green Bay hat zwar verloren, ist aber dennoch der kleine Gewinner des Spieltags, da alle anderen Divisionsgegner ebenfalls unterlagen.

Die Cleveland Browns haben ihr Spiel gegen die Denver Broncos verloren und damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das gar nichts mehr zu gehen scheint. Man muss eigentlich nicht mehr viel darüber sagen. Außer: Fire Freddie Kitchens. Mit ihm geht einfach wirklich nichts. Schade um ein talentiertes Team. (Martin Senfter, 4.11.2019)