Trotz der Abstürze von zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien mit insgesamt 346 Todesopfern sei die zivile Luftfahrt so sicher wie nie zuvor.

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Paris – Die Zahl tödlicher Luftfahrtunglücke ist laut einer Studie in den vergangenen Jahren zurückgegangen, dafür ist aber die Schadenssumme gestiegen. Trotz der Abstürze von zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX im Oktober 2018 in Indonesien und im März 2019 in Äthiopien mit insgesamt 346 Todesopfern sei die zivile Luftfahrt so sicher wie nie zuvor, heißt es im Bericht Aviation Risk 2020.

Er wurde am Dienstag von der Luftfahrtsparte der Allianz-Versicherung (AGCS) und der US-Luftfahrthochschule Embry-Riddle vorgestellt. 2017 wurden demnach keine Todesopfer bei Flugzeugunglücken registriert. 2018 sei trotz 556 Toten bei 15 Unfällen das drittbeste Jahr in der Luftfahrtgeschichte.

Höhere Entschädigungen

Der Schadensumfang von Unfällen in der Luftfahrt nehme allerdings zu, hieß es weiter. Dies hänge damit zusammen, dass die Flugzeuge teurer würden und den Opfern oder Hinterbliebenen höhere Entschädigungssummen zu zahlen seien, erläuterte der Nordamerika-Chef von AGCS, Dave Warfel.

Der Bericht bezieht sich auf die Jahre 2013 bis 2018, hat also nicht den Absturz in Äthiopien berücksichtigt. In diesem Zeitraum gab es 51.867 Entschädigungsforderungen mit einem Gesamtumfang von 14,8 Milliarden Euro. Zusammenstöße und andere Unfälle machten gut ein Viertel (27 Prozent) der Schadensfälle und 57 Prozent des Schadenswertes aus. Zwölf Prozent der Fälle gingen dem Bericht zufolge auf fehlerhafte Wartungsarbeiten zurück und sechs Prozent auf Technik-Ausfälle.

Vogelschlag, also die Kollision von Flugzeugen mit Vögeln, verursachte der Studie zufolge Schäden in Höhe von umgerechnet 296 Millionen Euro. Mehr als tausend Betroffene forderten in den vergangenen fünf Jahren wegen solcher Vorfälle Entschädigungen. (APA, AFP, 5.11.2019)