"Kaep" ist auch physisch in Form.

Foto: REUTERS/Elijah Nouvelage

Kaepernicks Fans waren da ...

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... und seine Gegner auch.

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Atlanta – Der in Ungnade gefallene frühere Star-Quarterback Colin Kaepernick hat mit der kurzfristigen Absage eines von der US-Profiliga NFL organisierten Trainings für Wirbel gesorgt. Statt des Termins in der Trainingsstätte der Atlanta Falcons vor Scouts von 25 NFL-Teams absolvierte Kaepernick rund eine Autostunde entfernt auf dem Platz einer High School eine öffentliche Einheit.

Dort waren Vertreter von acht Mannschaften anwesend, Videomaterial des Trainings soll nun an alle 32 NFL-Teams gesendet werden. Grund für die Verlegung sollen Unstimmigkeiten über einen Haftungsausschluss und den Zugang von Medienvertretern gewesen sein.

Transparenz

Laut Medienberichten wollte die NFL zudem die alleinige Hoheit über den Videozusammenschnitt, der im Anschluss an die Teams verschickt werden sollte. Kaepernicks Vertreter befürchteten, dass das Training dafür auf seine schlechtesten Würfe reduziert werden sollte. Auch einen Livestream habe die Liga verweigert. "Das Wichtigste war, dass wir Transparenz über das herstellen konnten, was geschieht. Wir haben dies nirgendwo anders bekommen, deshalb sind wir hier", sagte Kaepernick: "Ich bin seit drei Jahren bereit, ich wurde drei Jahre behindert. Wir alle wissen, warum."

Protest gegen Rassismus

Nach der Saison 2016/2017 war Kaepernick aus seinem Vertrag bei den San Francisco 49ers ausgestiegen. Während der Spielzeit hatte er mit seinem Kniefall bei der US-Hymne aus Protest gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassismus in Amerika für Aufsehen gesorgt. Den Wirbel um die Proteste sieht Kaepernick als Grund für das mangelnde Interesse anderer Teams und macht auch die NFL dafür verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte kniende Sportler massiv beleidigt.

Die NFL bedauerte die Entscheidung Kaepernicks, die offenbar erst 30 Minuten vor dem Start der ursprünglich angesetzten Einheit fiel. "Das heutige Training war angesetzt, um Colin das zu geben, was er immer gewollt hat: Eine Möglichkeit, seine Einsatzbereitschaft und seinen Willen zu zeigen", hieß es in einem Statement. Warum das Schautraining enorm kurzfristig und an einem Samstag anstatt wie sonst immer üblich an einem Dienstag angesetzt wurde, erklärte die Liga nicht. Ein Dienstagstermin hätte deutlich hochrangigeren Scouts ermöglich, "Kaep" spielen zu sehen.

Die Liga erklärte, sie habe "erhebliche Anstrengungen" unternommen, mit den Vertretern Kaepernicks zusammenzuarbeiten. Der Status Kaepernicks ändere sich zudem nicht, er sei weiter ein sogenannter "unrestricted free agent" und könne von jedem Klub unter Vertrag genommen werden. (sid, schau, 17.11.2019)

STANDARD-Einschätzung: Kaepernicks Workout hat bewiesen, was die meisten längst wussten: Er ist ein besserer Footballspieler als so mancher Stammquarterback eines NFL-Teams, ganz zu schweigen von den Ersatzleuten. Dass er keinen Job hat, liegt ausschließlich an seinem Engagement für Bürgerrechte. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das nun ändert – jedes NFL-Team hätte in den letzten drei Jahren ein privates Workout mit dem 32-Jährigen abhalten können. Wahrscheinlicher ist es, dass die NFL das Training nur angesetzt hatte, um einer möglichen nächsten Klage aus dem Weg zu gehen, wie NBC hier analysiert. Das würde auch die Doppelbödigkeit der Aktion bei Terminfindung und Transparenz erklären.