Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt in Chile in mehr als 1.000 Fällen wegen mutmaßlicher Misshandlungen durch Sicherheitskräfte.

Foto: Reuters / GORAN TOMASEVIC

Santiago de Chile – Nach wochenlangen Protesten hat Chiles Präsident Sebastián Piñera am Sonntag erstmals die Polizeigewalt gegen Demonstranten verurteilt. Es habe eines "übermäßigen Einsatz von Gewalt" gegeben, sagte Piñera in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation. "Misshandlungen und Verbrechen wurden begangen, und die Rechte aller wurden nicht respektiert", sagte der Präsident und fügte hinzu, dass es für Polizisten die exzessive Gewalt angewendet haben keine Straffreiheit geben werde.

Proteste seit Mitte Oktober

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in Chile in mehr als 1.000 Fällen wegen mutmaßlicher Misshandlungen durch Sicherheitskräfte. Die Vorwürfe gehen von Folter bis zu sexueller Gewalt.

Die teilweise gewaltsamen Proteste in dem südamerikanischen Land hatten Mitte Oktober begonnen. Die Demonstranten kritisieren die niedrigen Löhne, hohe Kosten für Bildung und Gesundheit sowie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Die Krise in Chile ist die schwerste seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1990. Bei den Unruhen wurden 22 Menschen getötet und Tausende verletzt. (APA, Reuters, 18.11.2019)