Das "C" in "CDU" steht nicht für Climaschutz.

Foto: Reuters/Bensch

Annegret Kramp-Karrenbauer, die von Freunden kurz "AKK" gerufen wird, will für Ruhe sorgen.

Foto: imago/Sven Simon

Auf das "C" im Parteinamen werden sie am Freitag in Leipzig gut aufpassen. Schließlich gibt es auch auf einem Parteitag Möglichkeiten, das Logo der CDU zu verhunzen. In Berlin hatten Aktivisten von Greenpeace am Donnerstag kurzerhand ein sehr großes "C" aus der Fassade der Parteizentrale entfernt. Übrig blieb "DU". Daran hängte Greenpeace "sollst das Klima schützen".

Die wenigen Mitarbeiter, die sich noch im Adenauer-Haus befanden, waren "not amused". Allerdings waren die meisten ohnehin schon in Leipzig, wo heute, Freitag, der Parteitag beginnt. Und auch der wird – vor allem für die Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer – nicht einfach.

Zwar steht keine Wiederwahl Kramp-Karrenbauers an, nur einer ihrer Stellvertreterposten wird nach dem Wechsel von Ursula von der Leyen nach Brüssel nachbesetzt: durch die wenig bekannte Bundestagsabgeordnete Silvia Breher aus Niedersachsen.

Aber das Thema "Personal" schwebt wie eine dunkle Wolke über dem Treffen, das die CDU-Spitze hartnäckig als "Arbeitsparteitag" einstuft. Einige in der CDU sind nicht (mehr) der Ansicht, dass Kramp-Karrenbauer das Format hat, um Angela Merkel eines Tages als Kanzlerin nachzufolgen. Es gibt mehrere Anträge, in denen gefordert wird, dass die Basis bei der Kanzler/innen-Kandidatensuche eingebunden werden soll. Auch Friedrich Merz hat sich im Vorfeld dafür ausgesprochen – was natürlich nichts anderes bedeutet als: "AKK" soll kein alleiniges Zugriffsrecht haben.

Merz gegen "Showdown"

Apropos Merz. "Wer glaubt, in Leipzig käme es zu einem großen Showdown, irrt gewaltig", ließ er auf Twitter wissen. Aber er will nach Kramp-Karrenbauer reden, und darauf sind natürlich alle besonders gespannt und fragen sich: Kommt wieder Frontalkritik? Auf jeden Fall wird der Applaus für die beiden stark verglichen werden.

Zudem gibt es inhaltliche Stolpersteine. Die Frauenunion möchte eigentlich über eine verbindliche Frauenquote in den Gremien abstimmen lassen, aber die Parteispitze fürchtet, dabei so sehr Schiffbruch zu erleiden wie vor einigen Wochen CSU-Chef Markus Söder auf seinem Parteitag.

Viele Delegierte wollen wegen Sicherheitsbedenken den chinesischen Telekomzulieferer Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes ausschließen – gegen den Willen von Merkel. Kritik am mühsam mit den Sozialdemokraten ausgehandelten Kompromiss zur Grundrente für Bedürftige kommt von der Jungen Union und dem Wirtschaftsflügel. Unterstützt werden sie dabei von: Friedrich Merz. (Birgit Baumann aus Berlin, 21.11.2019)