Warten auf Facebook.

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Nach Kritik am Umgang mit umstrittenen Inhalten ist Facebook mit einem wichtigen Vorhaben zur Vertrauensbildung in Verzug. Die Mitglieder eines geplanten unabhängigen Aufsichtsgremiums würden doch nicht mehr dieses Jahr benannt, räumte der Konzern am Donnerstag ein. Grund sei zum einen, dass bei Befragungen in 88 Ländern mehr als 1000 Kandidaten nominiert worden seien – von ehemaligen Staatschefs über Nobelpreisträger bis hin zu Moderatoren von Facebook-Gruppen und Richtern. Die Ernennung der wahrscheinlich drei Vorsitzenden und der ersten 20 Mitglieder werde bis nach Januar auf sich warten lassen, so Facebook. Das Gremium soll in Grenzfällen Empfehlungen abgeben, beispielsweise welche Filme oder Anzeigen auf dem sozialen Netzwerk gezeigt werden dürfen.

Reaktionspflicht

Bindend werden diese Ratschläge nicht sein, aber Facebook muss öffentlich darauf reagieren. Das Gremium anrufen können sowohl Facebook-Nutzer als auch -Mitarbeiter. Die Verzögerung bei der Einrichtung der Schiedsstelle geht laut Facebook auch darauf zurück, dass sich die dafür notwendige Gründung einer Stiftung als unerwartet kompliziert erwiesen habe. Facebook teilte weiter mit, diesem geplanten Trust zunächst 130 Millionen Dollar für die operativen Kosten von mindestens sechs Jahren zur Verfügung zu stellen.

Facebook ist wegen seines Umgangs unter anderem mit Wahlwerbung in die Kritik geraten. Auch wird dem Konzern von Mark Zuckerberg mangelnde Transparenz bei Entscheidungen über Inhalte vorgeworfen. (Reuters, 12.12.2019)