So sieht eine Halbschattenfinsternis des Mondes aus.

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Wien – Was schon zu 2019 gesagt wurde, muss leider erst recht für das Astronomiejahr 2020 gelten: Die ganz großen Attraktionen am Himmel werden im kommenden Jahr ausbleiben – zumindest hierzulande. Dafür kommen andere Weltregionen in den Genuss spektakulärer Eklipsen: Eine ringförmige Sonnenfinsternis wird am 21. Juni von Zentralafrika, Südasien und China aus zu sehen sein, eine totale Sonnenfinsternis am 14. Dezember im südlichen Pazifikraum und Teilen Südamerikas.

Ereignisse der kleineren Art

In Österreich müssen wir uns mit Halbschattenfinsternissen des Mondes begnügen, davon gibt es aber gleich vier. Die partielle Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Jänner ist über den ganzen Verlauf gut zu sehen. Weil der Mond dabei nicht in den Kernschatten der Erde eintritt, ist die Verdunkelung aber eher unauffällig. Als "Highlight des Jahres" nennt die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) die enge Begegnung des größten und zweitgrößten Planeten des Sonnensystems, wenn der schnellere Jupiter am 21. Dezember den langsameren Saturn einholt – man wird bescheiden.

Der größte Vollmond des Jahres wird sich am 8. April zeigen. Einen "Blue Moon", also einen zweiten Vollmond im Monat, kann man am 31. Oktober sehen. Im Oktober kommt zudem der Mars der Erde noch einmal recht nahe. "Der Planet wird dabei in unseren Breiten sogar besser zu sehen sein als vor zwei Jahren", so WAA-Chef Alexander Pikhard. Im Juli 2018 war der Abstand zwischen Erde und Mars mit rund 60 Millionen Kilometern äußerst gering.

Uns bleiben immer noch Sternschnuppen

Eine verlässliche Größe sind aber in jedem Fall die Meteorströme, die die Gelegenheit zum Sternschnuppenschauen bieten, wenn die Erde die Bahn von kosmischem Schutt kreuzt und dieser in der Atmosphäre verglüht. Nur dichte Wolken und ein heller Mond können das Feuerwerk trüben. Am wenigsten stört der Mond 2020 bei den Meteorströmen der Quadrantiden (Maximum am 4. Jänner) und der Perseiden (Maximum um den 12. August). Als "perfekt" wertet die WAA die Bedingungen für die Geminiden, für die 2020 auch eine besonders hohe Rate erwartet wird (Maximum am 14. Dezember).

2020 ist ein Schaltjahr. Und erstmals im 21. Jahrhundert fällt der astronomische Sommerbeginn auf den 20. Juni – das wird gegen Ende dieses Jahrhunderts sogar häufiger sein als der 21. Juni, so Pikhard. Frühlingsbeginn ist am 20. März, Herbstbeginn am 22. September und der astronomische Winter fängt am 21. Dezember an. (red, APA, 28. 12. 2019)