Russisches Gas wird weiter über Pipelines durch die Ukraine nach Europa geleitet werden. Das fixierten die beiden Länder in einem Abkommen.

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Moskau/Kiew – Im Streit um den Gastransit haben die Ukraine und Russland ihre Einigung besiegelt. Beide Seiten hätten ein Protokoll über ein Abkommen unterzeichnet und damit den Gastransit durch die Ukraine in Richtung Europa verlängert, sagte ein Sprecher des russischen Energieriesen Gazprom am Freitag laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen.

18 Prozent des gesamten Gasverbrauchs der EU

Das ukrainische Präsidialamt bestätigte im Onlinedienst Facebook, dass ein "abschließendes Abkommen" geschlossen worden sei. Wie genau die Einigung aussieht, blieb zunächst offen. Dies sollte nach ukrainischen Angaben erst am Samstag bekanntgegeben werden. Die beiden Parteien waren am Donnerstag zu Gesprächen in Berlin zusammengekommen und hatten dort eine Grundsatzeinigung erzielt. Am Freitag folgten dann weitere Verhandlungen zu Details im weißrussischen Minsk.

Das bestehende Gastransitabkommen zwischen Russland und der Ukraine läuft Ende 2019 aus. Ein neuer Vertrag oder eine Verlängerung des bestehenden Abkommens war wegen politischer Spannungen zwischen Kiew und Moskau lange nicht in Sicht.

Rund 18 Prozent des gesamten Gasverbrauchs in der EU stammt aus Russland und wird durch die Ukraine geleitet. Wegen des auslaufenden Transitabkommens waren in mehreren EU-Staaten Energie-Engpässe befürchtet worden. (APA, 20.12.2019)