Video von den verheerenden Bränden in Australien.
DER STANDARD

Sydney – Die australische Feuerwehr konnte am Dienstag kurz durchatmen. Einen Wetterumschwung haben die Einsatzkräfte genutzt, um manche Brandherde im Osten des Landes wenigstens einigermaßen einzudämmen. Allerdings wuchs zugleich die Sorge, dass sich zwei Brände in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria zu einem unkontrollierbaren Riesenfeuer verbinden.

Die Verschnaufpause dürfte aber nur kurz währen. Zum Freitag hin erwarten die Behörden einen erneuten Temperaturanstieg. Die derzeitigen Bedingungen mit leichten Regenfällen und niedrigeren Temperaturen seien "viel günstiger", sagte der Feuerwehrchef von New South Wales, Shane Fitzsimmons. Nun gehe es darum, in der kurzen Hitzepause "den Schutz zu verstärken", um das weitere Ausbreiten der Brände zu verhindern – bevor die Temperaturen wieder steigen sollen.

Hoffen auf Zyklon Blake

Immerhin brachte der Zyklon "Blake" der Nordwestküste Australiens heftige Regenfälle. Die gefährliche Hitze und Trockenheit in anderen Regionen lindert er nicht, er könnte allerdings ein Anzeichen für einen allgemeinen Wetterumschwung sein. "Ich sollte das nicht sagen – hoffentlich gibt es keine Schäden –, aber es war schön, einen Zyklon sich bilden zu sehen", sagte Fitzsimmons.

Australien: Flächenbrand droht.
ORF

Völlig erschöpfte Helfer zogen laut dem Feuerwehrchef Eindämmungslinien neu. Der leichte Regen in den Brandgebieten entspannte die Lage allerdings nur wenig und erschwerte den Feuerwehrleuten sogar die Arbeit beim Legen kontrollierter Gegenfeuer. Dutzende, riesige Brände waren weiterhin völlig außer Kontrolle.

Stromversorgung wiederhergestellt

In einigen schwer getroffenen Gemeinden konnte am Dienstag die Stromversorgung wiederhergestellt werden, wie die Energieversorger mitteilten. In einigen Gebieten wie in der Stadt Cobargo müssten die Menschen aber noch längere Zeit ohne Strom auskommen.

Die Buschbrände haben bereits riesige Schäden angerichtet.
Foto: APA/AFP/Khan

Im Sender ABC warnte Fitzsimmons davor, "sich von einem falschen Gefühl der Sicherheit einlullen zu lassen". Einige der zahlreichen Busch- und Waldbrände in Australien sind zu groß, um gelöscht zu werden. Gegen sie würde nur anhaltender Regen helfen. (APA, AFP, 7.1.2020)