Im Bundesstaat Victoria bemühen sich die Einsatzkräfte weiterhin die Feuer unter Kontrolle zu bringen.

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Canberra – Der australische Bundesstaat Victoria hat wegen der Buschbrände für zwei weitere Tage den Katastrophenalarm ausgerufen. Die Brände sollen noch einmal schlimmer werden. Die Maßnahme erlaubt Behörden und Helfern, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren und Evakuierungen durchzusetzen. "Wir haben das gemacht, weil wir glauben, dass es Leben retten wird, und das ist schließlich die wichtigste Sache", sagte der Premier von Victoria, Daniel Andrews, am Donnerstag.

Der sechs Millionen Einwohner zählende Bundesstaat im Südosten des Landes ist wie das benachbarte New South Wales besonders von den Bränden betroffen. Vergangene Woche wurde das erste Mal in der Geschichte Victorias ein Katastrophenalarm ausgerufen. Er gilt für East Gippsland und den Nordosten des Bundesstaats. Die Bewohner sind aufgerufen, die Brandgebiete zu verlassen. Es soll bis zu 40 Grad heiß werden. Zudem könnte starker Wind die Lage verschärfen.

Menschen werden vom australischen Militär mit Booten evakuiert.
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Heißestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

2019 war das wärmste Jahr in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen, wie das Amt für Wetterkunde in seinem jährlichen Klimabericht erklärte. Dabei reicht der Vergleichszeitraum bis 1910 zurück. Der Zusammenhang zwischen den Bränden, den geringen Niederschlägen und den hohen Temperaturen sei deutlich. Amtschef Karl Braganza sagte: "Australiens Klima erwärmt sich." Vor allem Hitzewellen würden häufiger und extremer.

Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten über zehn Millionen Hektar Land, das entspricht mehr als der gesamten Fläche Österreichs. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben. Am Freitag wollen in Australien Studenten und Klimaaktivisten protestieren.

Im Durchschnitt für den gesamten Kontinent wurden 2019 laut der Wetterforscher Werte von 41,9 Grad in der Spitze registriert worden. Insgesamt sei an elf Tagen die landesweite Tagestemperatur im Sommer auf über 40 Grad gestiegen – "und das ist wirklich ziemlich krass", sagte Braganza. Darüber hinaus sei 2019 außergewöhnlich wenig Niederschlag gemessen worden. Das bisherigen Rekordjahr liegt mehr als 100 Jahre zurück. (APA, 9.1.2020)