Strache will "heimatverbundene und soziale Politik" machen.

Foto: AP/Michael Gruber

Wien – Heinz-Christian Strache kann sein Comeback offenbar kaum noch erwarten. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass er am 23. Jänner beim Neujahrstreffen der neuen Wiener Allianz für Österreich (DAÖ) in den Sofiensälen als Gastredner auftreten wird. Auch wenn er immer noch kein Parteimitglied ist, gehe man davon aus, dass Strache "unser Spitzenkandidat für die Wien-Wahl wird", betonte DAÖ-Klubchef Karl Baron.

Wahlziel 15 Prozent

Strache machte auf Facebook nicht nur Werbung für den Event, am Sonntag ließ er mit einem weiteren Posting aufhorchen. Darin deutet er an, eine Liste, die seinen Namen trägt, bei der Wien-Wahl anzuführen. "Es braucht eine konsequente und starke H.-C.-Strache-Liste für Wien", schrieb er. Eine solche Liste könne "über 15 Prozent erreichen und rot-weiß-rote, heimatverbundene und soziale Politik für die österreichische Bevölkerung sicherstellen".

Die DAÖ gab ihre Abspaltung von der Wiener FPÖ im Dezember bekannt. Neben Baron sind die Gemeinderäte Klaus Handler und Dietrich Kops Teil davon. Inzwischen sind auch drei Bezirksräte in Favoriten zur DAÖ übergewechselt. Am Rande einer Charity-Veranstaltung der früheren FPÖ-Tierschutzsprecherin Philippa Strache kurz vor Weihnachten hatte ihr Mann noch abgesagt, als künftiger Parteichef der DAÖ zu fungieren: "Nein, den Vorsitz der DAÖ kann ich mir nicht vorstellen zu übernehmen."

Umbenennung der DAÖ

Doch beim Namen der Partei scheinen ihre Gründer flexibel zu sein: Sollte sich der frühere FPÖ-Chef und Vizekanzler tatsächlich als Zugpferd für die DAÖ zur Verfügung stellen, sei auch denkbar, den Namen Strache in die Listenbezeichnung bei der Wien-Wahl aufzunehmen, so Baron.

Die SPÖ forderte Strache nach Bekanntgabe seiner Rede beim DAÖ-Neujahrstreffen dazu auf "loszulassen". Klubchef Josef Taucher kritisierte die "Rückkehr auf Raten" und richtete dem ehemaligen FPÖ-Chef, der nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos als Vizekanzler zurückgetreten war, aus: "Bitte lassen Sie los, Herr Strache! Zum Wohle der Menschen in dieser Stadt." (rwh, 12.1.2020)