Die Europäische Zentralbank zwingt die Banken zum Abbau ihrer notleidenden Darlehen und Kredite.

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Frankfurt – Die deutsche Finanzaufsicht Bafin zieht bei den Geldwäsche-Kontrollen der Banken die Daumenschrauben an. Das Referat "Intensivbetreuung" kümmert sich aktuell um 25 Banken, die in Sachen Geldwäsche als besonders risikobehaftet gelten. Unter den 25 Instituten befänden sich nicht nur kleinere Sparkassen oder Volksbanken sondern auch große, international vernetzte Banken, schreibt Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1500 Banken.

Die Behörde nannte auf parlamentarische Anfrage der Linken keine Namen der betroffenen Institute. Die Bafin hatte ihre Geldwäsche-Intensivstation vor einiger Zeit gegründet, dies aber erst im Dezember bekanntgemacht. "Wir haben ein Referat Intensivbetreuung explizit für den Bereich Geldwäsche geschaffen", hatte Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch vergangenen Monat gesagt.

Die Deutsche Bank hat bereits einen Geldwäsche-Sonderbeauftragten, andere Banken folgten
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Intensive Beratung und DruckDie Behörde führe mit den betroffenen Instituten unter anderem Gespräche, in denen sie eindringlich auf notwendige Verbesserungen hinweise. "Wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden, werde ich nicht davor zurückschrecken, einen Sonderbeauftragen hereinzuschicken", sagte Pötzsch damals. Die Bafin hatte 2018 erstmals zu diesem Instrument gegriffen – bei der Deutschen Bank. Seitdem überwacht der Sonderbeauftragte bei dem größten deutschen Geldhaus, die Umsetzung der von der BaFin angeordneten Maßnahmen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Berg aus Problemkredite niedriger

Die großen Banken der Eurozone kommen beim Abbau fauler Krediten voran. Insgesamt schleppten die Institute im dritten Quartal 2019 noch Problemdarlehen im Volumen von 542,71 Milliarden Euro mit sich herum, wie neue Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Das sind im Vergleich zum Vorquartal rund 19 Milliarden Euro weniger. Im Herbst 2014 hatten die Institute noch rund eine Billion Euro in den Büchern, von denen unklar war, ob sie sie jemals zurückgezahlt bekommen.

Ein bisschen niedriger ist der Berg an faulen Krediten bei den Euro-Banken wieder geworden, sagt EZB-Chefin Christine Lagarde.
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Auch der Anteil der faulen Kredite verringerte sich weiter. Bis Ende September waren im Schnitt noch 3,41 Prozent aller ausstehenden Darlehen notleidend, nach 3,65 Prozent ein Vierteljahr zuvor.

Vorsorge belastet Bankbilanzen

Die faulen Kredite in den Bankbilanzen gelten nach wie vor als großer Hemmschuh für die Branche. Denn die Vorsorge, die Banken für die ausfallgefährdeten Darlehen treffen, belasten ihre Bilanzen. Zudem lassen sie die Geldhäuser bei der Vergabe neuer Kredite tendenziell vorsichtiger agieren.

Von Land zu Land sind die Banken höchst unterschiedlich betroffen. So waren bei den Instituten in Griechenland den EZB-Daten zufolge zum Ende des dritten Quartals noch 37,4 Prozent aller Kredite notleidend. Das ist die höchste Rate im Währungsraum. In Portugal waren es 9,86 Prozent, in Italien 7,33 Prozent. Luxemburgs Banken kamen hingegen auf rekordverdächtig niedrige 0,91 Prozent. In Deutschland waren es 1,18 Prozent. Die Zahlen beruhen auf den Daten der großen Geldhäuser im Euroraum, die von der EZB überwacht werden. Aktuell sind dies 117 Institute. (Reuters, 15.1.2020)