Dauert "Vom Winde verweht" zu lange?
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Ohne Frage, Martin Scorseses mehrfach nominiertes Werk "The Irishman" sollte man sich anschauen. Es wäre so einfach, man muss dazu nicht einmal ins Kino gehen, der Film ließe sich bequem am eigenen Sofa über den Netflix-Account streamen. Theoretisch. Wenn, ja, wenn da nicht die unglaubliche Laufzeit von dreieinhalb Stunden wäre. Davon kann man sich schon einmal abschrecken lassen.

Allein ist Scorsese, der für seine episch langen Filme bekannt ist, mit seinem Hang zum ausgedehnten Erzählen natürlich bei weitem nicht. Quentin Tarantino hat diesen Sommer mit "Once Upon a Time in Hollywood" 161 Filmminuten abgeliefert. Im Filmklassiker "Vom Winde verweht" folgt man Scarlett O'Haras Geschichte über unglaubliche drei Stunden und 58 Minuten. Und auch der letzte Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie schlägt mit über drei Stunden zu Buche. Zugegeben, das Ende zog sich dann schon ganz leicht – aber war man im Grunde nicht auch ein bisschen froh darüber, noch ein bisschen länger in Mittelerde verweilen zu dürfen?

Denn oft genug spürt man die während des Films verrinnende Zeit kaum. Wohl nur die wenigsten würden sagen, dass Richard Linklaters Filmexperiment "Boyhood" sich zu lange gezogen hat, und doch dauerte der Film fast drei Stunden. Es ist eben doch manchmal jede einzelne Filmminute wichtig und nötig. Wenn man aber nach mehreren Stunden komplett gerädert aus dem Kino wankt, dann war der Film definitiv von unnötig langer Dauer.

Wann ist es endlich aus?

Welcher Film war einfach unerträglich lang? Und bei welchem Film ist Ihnen die lange Dauer gar nicht aufgefallen? Wo war die Laufzeit gerechtfertigt? Und wie lange ist eigentlich zu lange? (aan, 21.1.2020)