Prinz Harry ist traurig.
DER STANDARD/APA/dpa/AFP

London – Der britische Prinz Harry hat sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, wie sein Rückzug von den royalen Pflichten geregelt worden ist. Er empfinde "große Traurigkeit" darüber, "dass es so weit gekommen ist", sagte Harry in einer am Sonntag auf Instagram veröffentlichten Ansprache. Allerdings habe er keine "andere Wahl" gehabt.

Harry machte deutlich, dass ihn besonders der Verlust seiner militärischen Titel und Schirmherrschaften schmerzt, die er durch seinen zweimaligen Dienst als Soldat in Afghanistan erworben hatte. Seine Hoffnung sei gewesen, nach dem Verzicht auf öffentliches Geld weiterhin "der Queen, dem Commonwealth und meinen militärischen Vereinigungen dienen" zu können. Doch dies sei nicht möglich gewesen.

"Als Meghan und ich heirateten, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll, und wir wollten etwas Sinnvolles tun", sagte Harry in einer Rede vor Mitarbeitern der Hilfsorganisation Sentebale, die am Sonntag auf dem Instagram-Account des Paares gepostet wurde.

Er fügte hinzu: "Deshalb macht es mich traurig, dass es so weit gekommen ist." Nach tagelangen intensiven Beratungen hatte der Buckingham-Palast am Samstag mitgeteilt, dass Harry und seine Frau Meghan nicht mehr den Titel "Königliche Hoheit" tragen und kein öffentliches Geld mehr erhalten werden. Die Steuermittel für die millionenteure Renovierung ihres Hauses wollen die beiden zurückzahlen. Bekannt wurde auch, dass sie keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen werden. Das Paar hatte zuvor bereits selbst angekündigt, sich teilweise zurückzuziehen.

Der 35-Jährige bekundete seinen "höchsten Respekt" für Königin Elizabeth II.
Foto: APA/AFP/ADRIAN DENNIS

Hoffnung auf friedvolleres Leben

Vorgestellt hatten die beiden sich das Ganze aber anders, wie Harry nun bestätigte. Sie hätten sich nicht leichtfertig dazu entschieden, von ihrer Rolle zurückzutreten, so Harry. "Es gab aber keine andere Option." Ihre Hoffnung sei gewesen, die bisherigen Aufgaben für die Queen, den Commonwealth und das Militär fortzuführen, aber dabei auf öffentliches Geld zu verzichten. "Leider war das nicht möglich", sagte der Prinz.

"Ich habe das akzeptiert mit dem Wissen, dass es nichts daran ändert, wer ich bin oder wie entschlossen ich bin." Er lasse alles hinter sich, was er gekannt habe, in der Hoffnung auf ein friedvolleres Leben.

Für seine Großmutter, die Queen, habe er aber den allergrößten Respekt. Er sei ihr sowie der übrigen Familie "unglaublich dankbar" für die Unterstützung, die sie ihm und Meghan in den vergangenen Monaten gegeben hätten.

Jahrelange "Herausforderungen"

Das Paar hatte vor eineinhalb Wochen überraschend verkündet, sich weitgehend von seinen royalen Verpflichtungen zurückziehen und finanziell auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Die beiden wollen künftig zeitweise in Nordamerika leben.

Harry sagte nun in der Ansprache vor Unterstützern seiner Hilfsorganisation für junge Menschen mit HIV in Afrika, die Entscheidung für den Rückzug von den royalen Pflichten habe er "nicht leichthin" getroffen. Sie sei nach monatelangen Gesprächen und jahrelangen "Herausforderungen" gefallen. (red, APA, 20.1.2020)