Heidemarie Stefanyshyn-Piper kennt den Weltraum.
Foto: AP/NASA

Washington – Während die NASA freudig verkündet, dass auf der Internationalen Weltraumstation die ersten Kekse gebacken worden sind (Geschmacksrichtung: Schoko), verpasst die ehemalige US-Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper der Raumfahrteuphorie einen Dämpfer: Sie glaubt nicht, dass die Menschheit auf einem anderen Planeten ein neues Zuhause finden wird.

Skepsis

"In den Weltraum zu fliegen, ist schwer. Und wenn dann Leute darüber nachdenken, irgendwann die gesamte Menschheit auf einen anderen Planeten umzusiedeln ... Das wird nicht passieren", sagte die 56-Jährige, die 2006 und 2008 zwei Raumflüge absolviert hatte, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Sie rechne allerdings damit, die Landung des ersten Menschen auf dem Mars noch zu erleben. Erst müsse man jedoch wieder zum Mond fliegen, und das kann dauern: "Vielleicht schaffen wir das 2024, wie die NASA es plant. Vielleicht", betonte Stefanyshyn-Piper. "Nennen Sie mich Skeptikerin oder Realistin, aber vier Jahre sind wirklich nicht viel, gerade wenn man weiß, in welchem Tempo sich die NASA bewegt."

Frage der Geduld

Zwar planten auch private Firmen eine solche Mission. Deren Erfolgsaussichten sieht die Astronautin allerdings besonders skeptisch. Schließlich hätten private Anbieter schon vor mehr als zehn Jahren Flüge für Weltraumtouristen angekündigt. "Sie haben Tickets verkauft, aber noch keinen einzigen Passagier geflogen."

Geduld ist gefragt – das mussten auch die Bäcker auf der ISS feststellen: Als sie die erste Ladung Kekse, die auf der Erde nur 20 Minuten gebraucht hätten, nach 25 Minuten aus ihrem neuen Spezialofen holten, war diese eindeutig noch nicht durch. Danach sei die Backzeit immer weiter erhöht worden, bis man nach zwei Stunden endlich das Backwerk fertig hatte. (red, APA, 24. 1. 2020)