Es war ein langes Leben, das am 24. Juni 2012 zu Ende ging: Lonesome George, eine Galapagos-Riesenschildkröte der Unterart Chelonoidis nigra abingdoni, starb an diesem Tag im Alter von etwa 100 Jahren. 1971 auf der Galapagosinsel Pinta entdeckt, galt er als das letzte lebende Individuum seiner Unterart. Forscher hatten fieberhaft versucht, eine Partnerin für George zu finden. Doch alle Paarungsversuche mit verwandten Schildkrötenspezies schlugen fehl.

Lonesome George starb 2012, Forscher wähnten das Ende der Unterart Chelonoidis nigra abingdoni. Doch offenbar hat er eine Nachfahrin.
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Jetzt gibt es wieder Hoffnung: Eine wissenschaftliche Expedition stieß auf der Galapagos-Insel Isabella auf eine weibliche Riesenschildkröte, die große genetische Übereinstimmungen mit George aufweist. Sie dürfte in direkter Abstammungslinie zu George stehen, wie Forscher der Galapagos-Nationalparks mitteilten.

Hoffnung auf Zuchtprogramm

Zudem entdeckten die Biologen auf der Insel Florena weitere 29 Riesenschildkröten, die sehr eng mit einer ebenfalls als ausgestorben klassifizierten anderen Unterart verwandt sind: Die 11 männlichen und 18 weiblichen Tiere teilen erhebliche genetische Komponenten mit der Subspezies Chelonoidis niger Floreana. Einige von ihnen könnten direkte Nachkommen von Exemplaren dieser Unterart und einer nahe verwandten Spezies sein.

Forscher untersuchen eine Riesenschildkröte auf Isabella.
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Die Funde wecken die Hoffnung, die verschwundenen Subspezies durch ein Zuchtprogramm zurückbringen zu können und neue Populationen auf den Galapagosinseln anzusiedeln. Auf den zu Ecuador gehörenden Inseln lebten einst 15 Riesenschildkröten-Unterarten, von denen vier als wahrscheinlich ausgestorben gelten. (red, 3.2.2020)