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Irlands Datenschutzkommission ermittelt gegen die Dating-App Tinder, wie sie am Dienstag bekanntgegeben hat. Konkret werde untersucht, wie Tinder mit den persönlichen Daten der Nutzer umgehe, so die Regulierungsbehörde. Außerdem wird geprüft, ob die Dating-App diesen Prozess transparent gestaltet und wie sie mit den persönlichen Rechten der User umgeht.

Sollte die Datenschutzbehörde ein Vergehen feststellen, könnte sie laut EU-Datenschutz-Grundverordnung Geldstrafen verhängen. Entweder bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens oder 20 Millionen Euro – welcher Beitrag auch immer höher ist.

Bedenkliche Studienergebnisse

Erst Mitte Jänner hat der norwegische Verbraucherschutzverband NCC eine Studie veröffentlicht, in dem er den Datenschutz zehn beliebter Apps unter die Lupe nahm, darunter eben Tinder, aber auch Grindr (Dating) oder die Menstruations-App Mydays. Dabei wurde jeweils erhoben, welche Daten an welche Drittanbieter weitergegeben werden, berichtete der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Das Ergebnis: Die zehn Apps lieferten sensible Daten an 135 Unternehmen, unter anderem die IP-Adresse und GPS-Standorte, Daten über sexuelle Ausrichtung, politische Einstellung und eingenommene Medikamente. Empfänger sind zum Teil bekannte Technologieriesen, etwa Google oder Facebook. (Reuters, red, 4.2.2020)