Die Bonobos lausen sich und machen Liebe zwecks Stressabbau.

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Dass die Bienenvölker durch und durch faschistische und unsympathische Gesinnungsgemeinschaften bilden, weiß man schon länger. Wenn sie einmal aussterben sollten, wird zwar die Welt wegen Pflanzen und Dings untergehen (das ist jetzt die Kurzfassung). Andererseits braucht man Honig aber eh nur, um damit Spareribs zu marinieren.

Auch bei den Affen ist bezüglich ihres sozialen Miteinanders viel Mache dabei. Sich gegenseitig lausen und eine interne Rangordnung aufweisen, gegen die sich ein Leben im Bootcamp wie ein Urlaub im Club Med ausnimmt, wird zumindest durch die Bonobos relativiert. Die lösen Spannungen nicht wie bei uns auf dem Land durch Raufhändel, sondern durch Sex. Geleitet wird die Gaudi von den Weibchen.

Sex gegen Nahrung

Nicht unähnlich dem menschlichen Verhalten auf Dating-Plattformen werden sexuelle Kontakte auch im Gegenzug zur Nahrungsabgabe gewährt. Sprich, ein schickes Abendessen vorher muss schon drin sein. Der Bonobo gilt deshalb auch als Affe, der uns am ähnlichsten ist – obwohl man vor dem täglich mehrmals mit verschiedenen, auch gleichgeschlechtlichen Partnern praktizierten Rammeln unserer lieben Verwandten nur ehrfurchtsvoll den Hut ziehen kann.

Eigentlich wollte ich heute aber über den Clownfisch sprechen. Eltern kennen den possierlichen Bewohner des australischen Great Barrier Reef hierzulande nicht nur aus dem Aquariumhaus im Zoo Schönbrunn (rechts halten und dann im letzten Raum ganz hinten links, kreisch!). Noch mehr Eltern kennen ihn aus dem Kinofilm Findet Nemo. Seit 2003 ist er deshalb aufgrund der weltweiten Nachfrage als Zierfisch zunehmend vom Aussterben bedroht.

Oben Bart, unten nackt

Apropos Arterhalt. Der Clownfisch lebt meist in Haremsgruppen mit einem Weibchen und sonst nur Haberern. Wenn sie einmal gerade keinen Spaß auf der Matratze haben will, jagt das dominante Weibchen als größter Fisch die Männchen den ganzen Tag herum. Die Stresshormone sorgen dafür, dass ein Mann ein Mann bleibt. Stirbt das Weibchen, wechselt das größte Männchen das Geschlecht und wird Königin.

Warum Menschenmänner heutzutage oben Bart tragen und unten nackt sind, davon, liebe Kinder, ein anderes Mal. (Christian Schachinger, 5.2.2020)