Suchaktion in der Osttürkei.

Foto: AP / Yilmaz Sonmez

Istanbul – Bei zwei Schneelawinen in der osttürkischen Provinz Van sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Es handelte sich demnach um Zivilisten, aber auch um mindestens 14 Retter, die bereits an Ort und Stelle gearbeitet hatten, um Verschüttete aus einem weiteren Lawinenunglück vom Vorabend zu finden.

Provinzgouverneur Mehmet Emin Bilmez sagte dem Sender am Nachmittag, mindestens 53 Menschen seien verletzt worden. Am Vorabend waren bei einem ersten Lawinenunglück fünf Menschen getötet worden. Ihr Minibus war von der Lawine überrollt worden. Sieben Menschen seien nach diesem Unglück gerettet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Nach dem zweiten Unglück seien bisher mehr als 63 Menschen lebendig und 33 Menschen tot geborgen worden, sagte Innenminister Süleyman Soylu laut Anadolu am späten Nachmittag.

Weitere Lawine möglich

Wie viele Menschen insgesamt verschüttet wurden und wie viele noch unter den Schneemassen liegen, blieb zunächst unklar. Bilmez zufolge könnte es eine weitere Lawine geben. Die Rettungsarbeiten dauerten weiter an. Fernsehbilder zeigten mehrere Bagger und Retter mit Schaufeln und langen Stangen, die in schwerem Schneetreiben in einer weißen Hügellandschaft arbeiteten.

Aus dem Verteidigungsministerium in Ankara hieß es, man werde 75 Retter und Ausrüstung in einem Flugzeug zum Unglücksort senden. Anadolu berichtete, auch Innenminister Soylu sei auf dem Weg nach Van. In einer kurzen Stellungnahme des Präsidialpalasts hieß es, Soylu habe den Präsidenten über die Lage unterrichtet. (APA, 5.2.2020)