Von Männern entworfene Idealbilder von Frauenkörpern begleiten uns seit Jahrtausenden. Hier das Gemälde "Maria Magdalena" von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1515.

Foto: REUTERS / REUTERS

Cambridge – Die meisten Frauen sind unzufrieden mit der Größe ihrer Brüste – mit möglicherweise negativen Folgen für die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden. Das schreibt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Body Image". Demnach hätten global gesehen knapp die Hälfte (48 Prozent) der Frauen gerne größere Brüste. Fast einem Viertel (23 Prozent) wären kleinere Brüste lieber.

Rund jede dritte Frau ist mit ihrem Busen zufrieden. Um der weitverbreiteten Unzufriedenheit zu begegnen, brauche es soziale und politische Initiativen, die "patriarchale Strukturen infrage stellen, die den Wert von Frauen an ihre physische Erscheinung knüpfen", heißt es in der Studie.

Nur 31 Prozent zufrieden

Für die Untersuchung wurden mehr als 18.500 Frauen in 40 Ländern befragt. Das Durchschnittsalter lag bei 34 Jahren. In Österreich wurden 229 Frauen befragt. 45 Prozent hätten demnach hierzulande gerne größere Brüste, 24 Prozent kleinere. 31 Prozent der in Österreich befragten Frauen zeigten sich mit der Größe ihrer Brüste zufrieden.

Als besorgniserregend bewerten die ForscherInnen, dass mit ihrer Brustgröße unzufriedene Frauen auch angaben, weniger nach Veränderungen in ihrem Brustgewebe zu tasten. "Brustkrebs ist jene Krebsart, die weltweit bei Frauen am häufigsten zum Tod führt, und die geringe Überlebensrate wird mit einer niedrigen Wahrnehmung der eigenen Brüste in Verbindung gebracht", sagt der leitende Wissenschafter Viren Swami von der Anglia Ruskin University in Großbritannien. Auch das allgemeine Wohlbefinden und die Zufriedenheit mit dem eigenen Äußeren seien bei diesen Frauen geringer.

Was wo als schön gilt

Die Vorstellung über die ideale Brustgröße unterscheidet sich der Studie zufolge von Land zu Land. Frauen in Indien, Pakistan, Ägypten, dem Libanon und Großbritannien definieren den idealen Busen demnach am größten. In Japan, auf den Philippinen, in Deutschland, Österreich und Malaysia hingegen wurden vergleichsweise kleinere Brüste als wünschenswert bezeichnet.

Insgesamt weist die Studie aber darauf hin, dass das Ideal eines mittleren bis großen Busens inzwischen ein weltweites Phänomen sei. (APA, 10.2.2020)