Soldaten der nationalen Armee sicherten den Attentatsort.

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Kabul – Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es nach Regierungsangaben Todesopfer gegeben. Durch den Sprengstoffanschlag seien Zivilisten getötet worden, sagte am Dienstag eine Sprecherin des afghanischen Innenministeriums. . Ein Sprecher der Armee sagte später, es habe insgesamt mindestens fünf Tote gegeben, darunter drei Soldaten und zwei Zivilisten. Es gibt zudem zwölf Verletzte. Es bekannte sich zunächst niemand zur Tat.

Im Westen der Stadt war eine laute Explosion zu hören gewesen. Ein Zeuge der Geschehnisse mit dem Namen Samiullah sagte, die Explosion habe sein Haus zum Vibrieren gebracht. Danach seien Schüsse zu hören gewesen. Offenbar handelte es sich beim Ziel um die Marshal Fahim Militärakademie – eine nach westlichen Vorbildern gebaute Ausbildungsstätte für die afghanische Armee. Sie war schon mehrfach Ziel von Attentaten geworden.

Nach Monaten der Ruhe

Der Anschlag beendet mehrere Monate relativer Ruhe in der afghanischen Hauptstadt. Diese Phase hatte Spekulationen genährt, dass die radikalislamischen Taliban sich mit Gewaltakten in größeren Städten bewusst zurückhielten, um ihre Friedensverhandlungen mit der US-Regierung nicht zu gefährden. In den Verhandlungen geht es unter anderem um einen Abzug der US-Truppen aus dem Land.

Zuvor war ein größerer Anschlag in Kabul im November verübt worden. Dabei wurden mindestens zwölf Menschen durch eine Autobombe getötet. (red, Reuters, APA, 11.2.2020)