AMS verdient gut.

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Der in der Schweiz börsennotierte steirische Sensor-und Chiphersteller AMS hat den Nettogewinn im Geschäftsjahr 2019 im Vorfeld der Osram-Übernahme kräftig gesteigert. Das Jahresergebnis schnellte von 103,3 Mio. Dollar auf 331,7 Mio. Dollar (303 Mio. Euro) in die Höhe. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 32 Prozent auf 2,09 Mrd. Dollar.

Hohe Nachfrage nach Consumer-Lösungen

"Dank der besonders erfreulichen Nachfrage nach Consumer-Lösungen war AMS in der Lage, trotz einer eher gedämpften Nachfragesituation in den Non-Consumer-Märkten ein Rekordergebnis zu erzielen", teilte der Sensor-und Chiphersteller am Dienstag mit.

Das für AMS wichtigste Ereignis des abgelaufenen Jahres spielte für die am Dienstag vorgelegten Zahlen noch keine große Rolle: ams hatte im Dezember eine Mehrheit am deutschen Leuchtenhersteller Osram übernommen. Doch noch ist die Zusammenarbeit eingeschränkt. Gestern hatte AMS mitgeteilt, die Übernahme von Osram im zweiten Quartal faktisch zu vollziehen. Die Steirer wollen mit Osram vor allem aber auch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen.

Osrams Digital-Sparte vor Verkauf

AMS will sich nach einem Käufer für die Digital-Sparte von Osram umsehen. "Das digitale Geschäft von Osram passt nicht wirklich zu AMS, wir suchen dafür ein besseres Zuhause", sagte Finanzchef Michael Wachsler-Markowitsch am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters.

Die Sparte beschäftigt sich mit Großprojekten zur Beleuchtung von Sportstadien oder Industrieanlagen. Grundsätzlich wolle AMS nur Geschäfte betreiben, die auf lange Sicht nachhaltiges Wachstum und Rendite bringen. "Wir prüfen alles, es gibt keine Tabus", sagte der Finanzchef. AMS habe alle übernommenen Unternehmen auf Wachstumskurs geführt und sie profitabel gemacht.

Bei der Übernahme von Osram gehe es AMS nicht um die erwarteten Synergieeffekte von 300 Millionen Euro, sondern um die Entwicklung gemeinsamer Produkte. Ein Jobabbau sei nicht geplant, bekräftigte der Manager.

Ausblick

Für das 1. Quartal 2020 rechnet der Sensorhersteller mit einem Umsatz von 480 bis 520 Mio. Dollar "bei signifikant verbesserter Profitabilität" gegenüber dem Vorjahr und "unter der Annahme keines erheblich negativen Einflusses aus den Coronavirus-Infektionen". Man erwarte eine "weiter positive Geschäftsentwicklung bei Berücksichtigung der typischerweise erwarteten Saisonalität und einer unsichereren globalen Konjunktur- und geopolitischen Situation". (APA, 11.2.2020)