Bei Patienten ab dem 80. Lebensjahr haben Forscher eine zusätzliche Schmerzlinderung nachgewiesen.

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THC-Cannabisarzneimittel wie Dronabinol könnten die Lebensqualität von Senioren mit chronischen Schmerzen wesentlich verbessern, das berichtet die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖGS) unter Verweis auf eine neue Studie. Diese Therapieoption solle, so ihre Forderung, daher gleichermaßen für geriatrische Schmerz- wie für Palliativpatienten "frühzeitig erwogen" und weniger restriktiv als bisher bewilligt werden.

Deutsche Forscher analysierten bei 93 Schmerzpatienten ab dem 80. Lebensjahr (davon rund 45 Prozent Palliativpatienten) Dosierung, Schmerzstärke, Effekte und Nebenwirkungen einer Therapie mit Dronabinol. Dabei wurde in beiden Gruppen eine zusätzliche Schmerzlinderung nachgewiesen.

52,5 Prozent der nicht-palliativen Patienten verzeichneten eine Verbesserung von mehr als 30 Prozent, bei zehn Prozent betrug sie sogar über 50 Prozent. Im Durchschnitt wurden vier Symptome oder unangenehme Nebenwirkungen der Vortherapie positiv beeinflusst. 26 Prozent der Behandelten gaben Nebenwirkungen an. Die Ablehnungsquote durch die Krankenversicherungen betrug bei den nicht-palliativen Schmerzpatienten 39 Prozent und zehn Prozent bei geriatrischen Palliativpatienten.

Effektive Option

"Die aktuelle Studie liefert den Nachweis, dass Dronabinol eine effektive, risikoarme Therapieoption für geriatrische Schmerzpatienten und geriatrische Palliativpatienten darstellt und frühzeitig erwogen werden sollte", so ÖSG-Vorstandsmitglied Hans Georg Kress, Vorstand der Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin am AKH Wien. Für geriatrische nicht-palliative Patienten werde es aber "in Österreich noch häufiger als in Deutschland von den Kassen nur sehr restriktiv bewilligt. Das sollte im Lichte der neuen Forschungsergebnisse überdacht und geändert werden".

Dronabinol bezeichnet den Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Das psychoaktive Cannabinoid wird üblicherweise gegen Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit eingesetzt, etwa bei Menschen, die an Krebs oder HIV/Aids erkrankt sind, sowie bei schmerzhafter Spastik infolge Multipler Sklerose und Querschnittsyndrom. Zur Schmerzlinderung kann das Mittel seit 2004 verschrieben werden. (APA, 14.2.2020)