Red Bull will in diesem Jahr den Fokus wieder verstärkt auf die klassische 250-Milliliter-Dose legen.

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Fuschl – Red Bull hat 2019 das beste Ergebnis seiner Firmengeschichte erzielt. Das Unternehmen verkaufte weltweit fast 7,5 Milliarden Dosen – ein Plus von 10,4 Prozent, wie die "Kronen Zeitung" am Freitag berichtete. In einer absurden Hochrechnung könnte man sagen, jeder der rund 8,9 Millionen Österreicher hat etwa 842 Dosen des Energydrinks getrunken. Ein neuer Rekord. Es wurden rund 700 Millionen Dosen mehr verkauft als im Vorjahr. Der Konzernumsatz legte auf 6,06 Milliarden Euro zu, das entspricht einem Plus von 9,5 Prozent.

Die größten Zuwächse beim Dosenverkauf gab es in Indien (plus 37 Prozent), Brasilien (30 Prozent) und Afrika (25 Prozent). Steigerungen gab es auch in gesättigteren Märkten wie Deutschland (plus 15 Prozent) und Österreich (plus zwölf). In diesem Jahr soll der Fokus weiterhin auf den Kernmärkten Westeuropa und USA sowie Entwicklungsländern in Afrika liegen. Dabei steht die Stärkung der Original-250-Milliliter-Dose im Vordergrund.

Mateschitz-Dividende verdoppelt

Anfang Jänner wurde bekannt, dass Red Bull eine Sonderdividende ausgeschüttet hat, allerdings nur an Geschäftsführer und 49-Prozent-Eigentümer Dietrich Mateschitz. Die thailändische Yoovidhya-Familie, die 51 Prozent der Unternehmensanteile hält, ging dabei leer aus. Die Ausschüttung an Mateschitz verdoppelte sich fast auf rund 329 Millionen Euro.

Zu seiner regulären Dividende von rund 182 Millionen, die aus dem im Firmenbuch eingetragenen Jahresabschluss hervorgeht, addierten sich gut 147 Millionen Euro. Diese Sonderausschüttung, die einem Bericht des Magazins "Trend" zufolge aus dem Gewinnvortrag entnommen wurde, wurde am 17. Dezember 2019 – zehn Tage nach der Verlautbarung der regulären Dividende – im Firmenbuch protokolliert. Demnach flossen 147,3 Millionen Euro direkt an die zu 100 Prozent im Eigentum von Mateschitz stehende Distribution & Marketing GmbH.

Lange Planung

Der Vorgang scheine jedenfalls von langer Hand geplant gewesen zu sein, heißt es in dem Bericht. Denn erst ein Jahr davor sei erstmals im Gesellschaftsvertrag festgelegt worden, die Gesellschafter könnten "einstimmig auch eine alineare Gewinnausschüttung beschließen".

Ein Blick ins Firmenbuch verrät, dass Red Bull seinen Nettogewinn bereits 2018 um mehr als ein Drittel auf 741 Millionen Euro steigerte. Die Hälfte davon wird traditionell an die Eigentümer ausgeschüttet. Diesmal gab es für Mateschitz eine "Weihnachtsdividende". Über Spannungen zwischen den Eigentümern wegen der Gewinnverteilung sei oft spekuliert worden, schreibt der "Trend". In der Distribution & Marketing GmbH findet sich dem Magazin zufolge per Ende 2018 ein Bilanzgewinn von mehr als zwei Milliarden Euro. (APA, red, 14.2.2020)