Die US-Regierung wirft chinesischen Netzwerkausrüstern wie Huawei Spionage, mögliche Sabotage und Diebstahl geistigen Eigentums vor.

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Die US-Regierung will Netzwerkausrüster stärken, die in Konkurrenz zu den chinesischen Anbietern stehen. Hintergrund ist der Aufbau des neuen Mobilfunknetzes 5G. "Wir arbeiten in den USA an einer neuen Initiative", sagte Robert Blair, Berater von US-Präsident Donald Trump und Sondergesandter für die internationalen Telekommunikationsbeziehungen der USA, am Freitag in München.

Man rede mit den großen amerikanischen IT-Konzernen, aber auch mit Ericsson, Nokia, Samsung sowie "kleineren Unternehmen weltweit" aus Staaten, mit denen man dieselben Werte teile. Ziel der Initiative sei es, sicherzustellen, dass deren 5G-Produkte "sowohl in Preis als auch Qualität" wettbewerbsfähig mit chinesischen Produkten seien. Schon heute gebe es aber gute Alternativen zum chinesischen Huawei-Konzern, betonten US-Regierungsvertreter. Spekulationen, dass sich die US-Regierung direkt an den europäischen Netzwerkausrüstern Ericsson und Nokia beteiligen könnte, wies Blair zurück. Es gehe derzeit eher um die Entwicklung von Technologien, auch mit Blick auf die nächste Mobilfunkgeneration 6G.

Spionage, Sabotage, Diebstahl

Die US-Regierung wirft chinesischen Netzwerkausrüstern wie Huawei Spionage, mögliche Sabotage und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Sowohl Blair als auch Vertreter des US-Außen- und Justizministeriums betonten in München, dass man die US-Verbündeten überzeugen wollen, keine Huawei-Produkte in den 5G-Mobilfunknetzen zu nutzen.

Blair ergänzte, dass man den Verbündeten dabei nicht drohe. So gebe es trotz der Entscheidung der britischen Regierung für einen Huawei-Einsatz bei 5G auch keine Einschränkung der Geheimdienstzusammenarbeit mit Großbritannien. Er sei dennoch optimistisch, dass die Argumente der USA in Europa verstanden würden. Huawei habe nicht nur staatliche Finanzen erhalten, sondern arbeite auch mit der kommunistischen Führung in Peking zusammen. Das Unternehmen betont dagegen seine Unabhängigkeit und weist Spionagevorwürfe zurück. (APA/Reuters, 14.2.2020)