Im Vorjahr wurde in Österreich weniger Wein gelesen, wegen der hohen Temperaturen in den Sommermonaten fielen die Trauben kleiner aus als in Normaljahren. Die Qualität war besser.

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Es wird a Wein sein, und wir wer'n nimmer sein", hat schon Hans Moser vor Jahrzehnten gesungen, danach auch Wolfgang Ambros. Während Handelsketten zuletzt mit dem Nachbestellen von Konserven und anderen haltbaren Lebensmitteln kaum nachkamen, muss man sich um das heimische Tröpferl weniger Sorgen machen. Trotz Hitze war die letztjährige Weinernte solid, die Weinbestände haben durch die gute Ernte 2019 ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht.

Verglichen mit dem rekordverdächtigen Jahr 2018 ist die Weinernte in Österreich 2019 zwar um 16 Prozent gesunken, mit 2,32 Millionen Hektoliter lag man dennoch um ein Prozent über dem Fünfjahresschnitt.

Größerer Rückgang bei Rotwein

Die Weißweinproduktion ging im Vergleich zu 2018 um 13 Prozent auf 1,62 Millionen Hektoliter zurück. Das ist dennoch ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Fünfjahresschnitt.

Für den Rotwein war 2019 hingegen kein sehr gutes Jahr, die Rotweinernte verringerte sich im Jahresabstand um 22 Prozent auf 700.000 Hektoliter. Gegenüber dem Fünfjahresschnitt ist das ein Minus von sechs Prozent. Auch das ist primär den hohen Sommertemperaturen geschuldet, welche die Trauben eher klein werden ließen.

Im sehr guten Weinjahr 2018 waren Rebblüte und Weinlese außergewöhnlich früh erfolgt, 2019 fanden sie wieder zu den üblichen Zeiten statt. "Einem milden und trockenen Jahresbeginn, in dem Kälteperioden und Spätfrostschäden ausblieben, folgten ein wechselhafter, warmer April und der kälteste Mai seit 1991, der die Entwicklung der Reben verzögerte", teilte die Statistik Austria in einer Aussendung am Montag mit.

Heißester Juni seit Aufzeichnungsbeginn

Der heißeste Juni seit Beginn der Messungen und der ebenfalls heiße und trockene Sommer hatten etwas Gutes, was die Qualität der Weine betrifft. Auf den Ertrag wirkte sich die Hitze hingegen negativ aus.

Im Burgenland waren die Verluste im Vorjahr wegen der hohen Temperaturen am größten, die Weinernte sackte im Vergleich zu 2018 um 28 Prozent auf 566.400 Hektoliter ab, Weißwein und Rotwein waren fast gleichermaßen betroffen.

In Niederösterreich ging die Ernte um zwölf Prozent auf 1,49 Millionen Hektoliter zurück, in der Steiermark blieb sie wegen der günstigeren Niederschlagssituation mit 240.300 Hektoliter in etwa stabil, in Wien betrug das Minus im Jahresabstand 15 Prozent auf insgesamt 24.400 Hektoliter.

Weinbestand gestiegen

Die Qualitäts- und Prädikatsweinmenge sank um 16 Prozent auf 2,14 Millionen Hektoliter, das Segment Wein/Landwein schrumpfte um vier Prozent auf 152.900 Hektoliter. Der Weinbestand ist zum Stichtag 31. Juli um zwölf Prozent auf 2,98 Millionen Hektoliter gestiegen und liegt gegenüber dem Fünfjahresmittel um 19 Prozent höher. (APA, red, 3.3.2020)