Fieber gilt als eines der möglichen Corona-Symptome.

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Eine Probe zur Testung auf das Coronavirus wird in Essen in Deutschland verpackt.

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Leere Straßen in Neapel.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die ersten österreichischen Patienten sind geheilt.
  • Die Zahl der bestätigten Fälle ist in Österreich erneut angestiegen. Rund 400 Personen in Österreich sind in Quarantäne.
  • 1,6 Millionen in Vogelgrippezeit angeschaffte Schutzmasken wurden getestet, für tauglich befunden und vom Verteidigungsministerium den Behörden übergeben.
  • Innenministerium informierte via Katastrophenwarnungs-App über Coronavirus und löste teils irritierte Reaktionen aus.
  • Italien und Iran schließen Schulen und Universitäten im ganzen Land.
  • Israel schließt ab Freitag seine Grenzen für Österreicher und Bürger anderer EU-Länder.
  • Erstes Covid19-Todesopfer in Kalifornien: US-Bundesstaat erklärte Ausnahmezustand.
  • Der Internationale Währungsfonds stellt 50 Milliarden Dollar für Hilfe bereit.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in China ist nur leicht gestiegen, die Neuerkrankungen in Südkorea nahmen unvermindert zu.

Die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich steigt weiter: Mit Stand Donnerstag, 8 Uhr waren es 38 und damit acht mehr als am Abend zuvor. Salzburg, Niederösterreich und Tirol gaben jeweils einen weiteren Ansteckungsfall bekannt und Kärnten, Oberösterreich sowie das Land Vorarlberg je einen ersten Fall, womit die Zahl am Donnerstagabend auf 44 Infizierte stieg.

Insgesamt gibt es in Wien 16 Fälle, in Niederösterreich 13, in Salzburg vier, in der Steiermark vier, in Tirol vier und in Kärnten sowie in Vorarlberg und in Oberösterreich je einen. Insgesamt wurden in Österreich 3.711 Tests durchgeführt und rund 400 Personen befanden sich nach Angaben des Gesundheitsministers Rudolf Anschober (Grüne) in Quarantäne.

Podcast: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus.

Pärchen wieder gesund

Die beiden ersten Coronavirus-Patienten in Österreich sind inzwischen wieder gesund und dürfen die Universitätsklinik in Innsbruck verlassen. Die 24-jährige Italienerin und ihr gleichaltriger Bekannter befanden sich zehn Tage auf der Isolierstation des Krankenhauses. Sie seien seit Tagen fieberfrei und wurden zweimal negativ auf das Coronavirus getestet. "Das heißt, sie haben diese Infektion ausgeheilt und überstanden, und sie sind auch nicht mehr ansteckend und infektiös", sagte der Leiter der Infektiologie an der Med-Uni Innsbruck, Günther Weiss, am Donnerstag im Ö1-"Frühjournal".

Gesundheitsminister Anschober setzte die Zahl der Covid-19-Erkrankten in einer Pressekonferenz in Relation zur aktuellen Grippewelle: Rund 245.000 Menschen in Österreich hatten diesen Winter bisher echte Influenza – mehr als vor einem Jahr, aber weniger als in der sehr starken Saison 2017/18. Allein diese Woche hätten rund 129.000 Personen im Land Grippe oder einen grippalen Infekt. Die Influenza-Saison sei nun am Abflauen.

Dennoch sei die Grippe in Österreich nach wie vor "massiv unterschätzt", sagte Anschober. Er erhoffe sich durch die Sensibilisierung aufgrund des Coronavirus einen Mitnahmeeffekt, um die zu niedrige Grippe-Impfrate zu verbessern. Für den Herbst seien Informationskampagnen zum Thema Influenza geplant.

Comeback der Vogelgrippemasken

Die Grippemasken, die zur Zeit der Vogelgrippe von der damaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) angeschafft wurden, sind am Donnerstag vom Bundesheer an die Behörden übergeben worden. Die 1,6 Millionen Masken, die mit Haltbarkeitsdatum 2016 im Jahr 2006 beschafft wurden, seien getestet worden und noch voll einsatztauglich, hieß es vonseiten des Verteidigungsministeriums.

Am Mittwoch wurden die Atemschutzmasken des Typs FFP1 an das Gesundheitsministerium, die Landessanitätsbehörden der Bundesländer sowie an das Außenministerium übergeben, gab das Verteidigungsministerium bekannt. Das Gesundheitspersonal ist nach Angaben von Gesundheitsminister Anschober ausreichend mit Schutzmasken ausgestattet, und es seien weitere Maßnahmen in Vorbereitung, um dies auch für die Zukunft sicherzustellen.

Informationskampagne

Das Innenministerium nutzte am Donnerstag die Katwarn-App, die ihre rund 100.000 Nutzer sonst zum Beispiel vor Überschwemmungen warnt, um Informationen über Covid-19 zu verbreiten. Als Katastrophenwarnung sei die App-Meldung nicht zu verstehen, hieß es auf Nachfrage aus dem Ministerium. Es habe irritierte Reaktionen gegeben, aber man wolle "nur informieren, nicht warnen" – zum Beispiel über richtiges Händewaschen und wichtige Informationswebsites zum Thema.

Fahrten in Slowakei mit Stopp

Die slowakische Polizei wird ab Freitag drei Tage lang an der Grenze zu Österreich von dort kommende Fahrzeuge stoppen, um die Insassen darüber zu informieren, was sie tun sollen, wenn sie mögliche Symptome einer Sars-Cov2-Infektion entwickeln. Das kündigte Innenministerin Denisa Sakova laut der Nachrichtenagentur TASR am Donnerstag an.

Slowenien und Bosnien-Herzegowina meldeten jeweils ihren ersten Coronavirus-Fall. Beide Betroffenen hatten Kontakt zu Italien. Zuvor hatte Ungarn die ersten zwei Coronavirus-Fälle bekanntgegeben. Es handelte sich um zwei iranische Studenten. Die Schweiz meldete Donnerstagfrüh den ersten Todesfall durch das Coronavirus. Eine mit dem Erreger infizierte 74-Jährige sei in einem Krankenhaus in Lausanne gestorben, teilte die Polizei mit.

Italien und Iran schließen Schulen

Der italienische Premier Giuseppe Conte unterzeichnete am Mittwochabend eine Verordnung, mit der italienweit rigorose Maßnahmen zur Vorbeugung und Eingrenzung der Epidemie ergriffen werden.

Die Verordnung sieht die Schließung von Schulen, Universitäten und Kindergärten bis zum 15. März vor. Die meisten Eltern schulpflichtiger Kinder mussten auf die Hilfe von Großeltern und Kindermädchen zurückgreifen – oder konnten nicht zur Arbeit gehen. Weiters werden Sportveranstaltungen ohne Zuschauer ausgetragen. In Italien waren am Donnerstag 107 Tote und 2.706 Infizierte gezählt worden. Die Flughäfen in dem Land beklagen drastische Passagierrückgänge – mehr dazu hier.

Auch der Iran hat entschieden, Schulen und Universitäten wegen der Verbreitung des Coronavirus zu schließen und zwar bis 19. März, wobei dann im Iran die Neujahrsferien beginnen, die bis 3. April dauern. Die Zahl der Todesopfer nach einer Covid-19-Infektion ist in dem Land auf 107 gestiegen.

Israel schloss Grenzen

Israel schloss seine Grenzen für Touristen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz. Die Regelung gilt ab ab Freitag. Israelis und Personen mit gültigem Aufenthaltsstatus, die aus einem der betroffenen Länder nach Hause fliegen, müssen 14 Tage zu Hause bleiben. Israel hat bisher 15 Coronavirus-Fälle gemeldet. Auch Tadschikistan lässt seit Tagen keine Österreicher mehr einreisen.

Kalifornien erklärt Ausnahmezustand

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist in Kalifornien der Ausnahmezustand erklärt worden. Gouverneur Gavin Newsom teilte mit, dass 53 Infektionen bestätigt worden seien. Wenige Stunden zuvor war das erste Todesopfer durch das Coronavirus in Kalifornien bekanntgegeben worden.

Gouverneur Gavin Newsom erklärte in Kalifornien den Ausnahmezustand.
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Es handelte sich um den ersten Todesfall außerhalb des Staates Washington. Dort sind bereits zehn Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

Kongress mit Maßnahmenpaket

Der US-Kongress beschloss indes die Freigabe von 8,3 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Coronavirus. Der Senat sollte am Donnerstag zustimmen. Das Gesetz sieht drei Milliarden Dollar für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen vor, 2,2 Milliarden Dollar für präventive Maßnahmen und 435 Millionen Dollar für Hilfe im Ausland.

Mehr Neuinfektionen in China und Südkorea

In China ist die Zahl der Neuinfektionen unterdessen wieder leicht gestiegen. Die Behörden meldeten für Mittwoch 139 Neuinfektionen, tags zuvor waren es 119. Die Zahl der Toten stieg um 31 auf 3.012. Von insgesamt 80.409 Infizierten wurden nach offiziellen Angaben 52.045 geheilt.

China hat wegen des Coronavirus einen mit Spannung erwarteten Staatsbesuch von Präsident Xi Jinping in Japan abgesagt. Eigentlich wollte Xi im April nach Japan reisen. Es wäre der erste Staatsbesuch eines chinesischen Präsidenten in Japan seit mehr als zehn Jahren gewesen. Man hoffe, den Besuch nachholen zu können, hieß es.

In Wuhan in der Provinz Hubei hat das neuartige Virus seinen Ausgangspunkt.
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Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stieg auch in Südkorea unvermindert an. Seit Mittwoch seien 438 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Stand Donnerstag waren in Südkorea 5.766 Erkrankungen bekannt. Kein anderes Land außerhalb Chinas weist eine höhere Zahl auf.

IWF will 50 Milliarden Dollar lockermachen

"Wir wollen, dass Menschen nicht sterben, nur weil sie kein Geld haben", erklärte Kristalina Georgiewa, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Bulgarin sagte in der "Financial Times", dass Länder nicht zögern sollten, um Hilfe anzusuchen. Der IWF stellt nach Aussagen Georgiewas 50 Milliarden US-Dollar bereit, um Ländern in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen.

Māori verzichten auf traditionellen Nasengruß

Die Ureinwohner in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington wollen nun auf den traditionellen Nasengruß verzichten, den Hongi. Das Ganze sei kein Verbot, aber eine Sache des gesunden Menschenverstands, machte Stammeschef Kura Moeahu am Donnerstag im Sender Radio New Zealand deutlich.

Vergangenen November wurden auch Prinz Charles und seine Frau Camilla mit dem traditionellen Hongi begrüßt.
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Bei den Māori werden die Nasen aneinandergedrückt, damit man den Lebensatem des Gegenübers spürt. Zu sehen war das Ritual beispielsweise beim Nationalfeiertag Waitangi Day im Februar oder beim Besuch von Prinz Charles im vergangenen Jahr. In Neuseeland gibt es drei nachgewiesene Fälle des Virus Sars-CoV-2.

Händewaschen reicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in ihren Fragen und Antworten zum Coronavirus darauf hin, dass Hände in Kontakt mit dem Coronavirus kommen können, etwa wenn Oberflächen berührt werden. Die Aufnahme des Virus erfolgt dann über die Atemwege, wenn man sich mit der Hand in das Gesicht fährt. Daher sei es wichtig, die Hände "regelmäßig und gründlich" zu waschen. Diese sollten entweder mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln oder mit Wasser und Seife gereinigt werden, da dies das Virus töte. (APA, Reuters, red, 5.3.2020)