Der Echo Dot ist eines der beliebtesten "smarten" Geräte für das Zuhause.

Foto: Mike Stewart / AP

Geht es nach so manchem großen IT-Konzern leben wir alle bald im smarten Zuhause, dort wo sich die wichtigsten Dinge des Alltags auf Zuruf erledigen lassen, der Thermostat von außen per App steuerbar ist, und die Haustür automatisch geöffnet wird, wenn man nach Hause kommt. Eine Vision, die aber längst nicht bei allen auf Begeisterung stößt. Immerhin heißt dies auch, dass man ziemlich vielen Sensoren und somit den dahinterstehenden Firmen einen Einblick in das eigene Zuhause gewähren muss. Für manche ist hier also bereits eine Grenze erreicht, die sich nicht überschreiten wollen.

Doch dann gibt es auch noch die Gruppe jener, die zwar generell am Thema Smart Home Interesse haben, aber auch die Datensammlung über sie zumindest minimieren wollen. Für diese hat der britische Guardian in einem aktuellen Artikel einige Tipps versammelt, um die Privatsphäre zu verbessern.

SmartTV

Es beginnt beim Fernseher. Denn was vielen nicht bewusst ist: Ein moderner SmartTV sammelt jede Menge Daten über die Sehgewohnheiten der Nutzer. Sie verbinden sich mit dem Internet, haben Web-Browser und jede Menge Streaming-Apps, und all das wird haarklein protokolliert, um daraus dann Informationen für personalisierte Werbung zu gewinnen – oder die Daten anderweitig zu verkaufen. Ein Tipp ist, sich in der Anleitung des Fernsehers nach dem Punkt "Automatic Content Recognition" umzusehen, dieser lässt sich nämlich üblicherweise deaktivieren. Klar muss einem dabei allerdings, dass dann in Folge bei einigen TVs so manches Feature nicht mehr geht – etwa die Spracheingabe. Eine Alternative wäre die SmartTV-Funktionen gleich ganz brach liegen zu lassen und sich lieber einen FireTV, Chromecast oder AppleTV zuzulegen. Diese externen Geräte sammeln zwar auch Daten, aber längst nicht so umfassend wie die SmartTV-Systeme selbst.

Alexa und Co

Smarte Lautsprecher stehen mittlerweile in vielen Haushalten, gleichzeitig haben sie gerade im Vorjahr für einige Privacy-Aufregung gesorgt. War doch vielen Nutzern nicht klar, dass die Sprachbefehle von Haus aus beim Hersteller gespeichert und zum Teil auch von Menschen zur Verbesserung des Dienstes ausgewertet werden. Besonders unerfreulich ist dies, wenn die Aufnahme unabsichtlich ausgelöst wird. Die gute Nachricht: Zumindest die dauerhafte Speicherung lässt sich sowohl bei Google als auch Amazon mittlerweile über die Einstellungen deaktivieren. Bei Amazon heißt dieser Punkt "Help improve Amazon services", bei Google formuliert man dies als "use messages to improve transcription". Bewusst muss einem dabei sein, dass damit ein gewisser Funktionalitätsverlust einhergeht, allen voran die ganzen personalisierten Funktionen, die die Nutzer an ihrer Stimme erkennen. Wer nicht ganz so weit gehen will, kann die Aufnahmen aber auch im Nachhinein löschen, oder den smarten Lautsprechern gezielt sagen, dass sie die letzten Befehle vergessen sollen.

Thermostat

Eine besonders beliebte Kategorie an smarten Geräten ist der Thermostat: Selbstlernende Systeme sollen nicht nur den Energieverbrauch reduzieren sondern sich auch automatisch an die Lebensgewohnheiten der Nutzer anpassen. Klar muss man sich dabei sein, dass diese Daten auch dem Hersteller zur Verfügung stehen – und das ist für den Betrieb des Dienstes prinzipiell auch vonnöten. Zumindest ist die Menge an Daten, die hier gesammelt wir,d vergleichsweise gering, die beliebten Geräte von Google Nest haben etwa weder Mikrofon noch Kamera. Das gibt es auch anders etwa beim ecobee4, bei diesem kann das Mikrofon aber gezielt deaktiviert werden. Wer bei Nest die gesammelten Daten entfernen lassen will, kann dies zwar auch, das geht aber mit der Löschung des Accounts einher – und ohne einen solchen ist der Thermostat nicht nutzbar.

Updates

Ganz generell empfiehlt es sich all seine smarten Geräte immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Ein guter Reminder hierfür ist ein Vorfall, der Philips vor einigen Monaten passiert ist. Eine Lücke erlaubte Angriffe gegen Hue-Lampen, der Hersteller reagierte aber flott mit einem Update. Über die zugehörige App kann sichergestellt werden, dass automatische Updates aktiviert sind, womit sich die Nutzer nicht um deren manuelle Einrichtung kümmern müssen.

Zweiter Faktor

Wer sich auf das "Smart Home" einlässt, sollte aber auch sonst an das Thema Sicherheit denken. Immerhin ist es angesichts der Sensibilität der gesammelten Daten essentiell, die dafür genutzten Konten gut abzusichern. Insofern empfiehlt es sich wo es nur geht Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Dies verhindert, dass ein Angreifer, der an das Passwort gekommen ist, sich einfach so einloggen und mitspionieren kann. (red, 09.03.2020)