Ob dieser Herr aufgrund der im Schnitt teurer gewordenen Tarife so grimmig dreinschaut, ist nicht überliefert.

Foto: Reuters

Mobilfunk in Österreich wird immer günstiger. So suggerieren es jedenfalls stetig neue Aktionstarife, die speziell von Diskontanbietern wie Spusu, Hot oder Yesss auf den Markt gebracht werden. Der Eindruck scheint aber zu täuschen, wie eine Untersuchung des Vergleichsportals Tarife.at nahelegt.

Darin heißt es, dass die Durchschnittskosten seit 2016 "kontinuierlich ansteigen" würden. Allerdings würde die Verteuerung in "kleinen Schritten" erfolgen und immer wieder gebe es "spezielle Rabatte", die den Anstieg effektiv abfangen würde. Konsumenten müssen allerdings aufmerksam sein. Denn immer wieder werden Tarife zum Kampfpreis nur für einen bestimmten Zeitraum angeboten.

"Premium"-Anbieter trieben Preise hoch

Beispielsweise bot Lidl Connect einen LTE-Datentarif mit 60 Mbit/s an maximaler Downloadbandbreite um 20 Euro an. Um diesen Preis waren bei der Konkurrenz zu dieser Zeit nur deutlich niedrigere "bis zu"-Bandbreite zu haben. Wer das Angebot wahrnehmen wollte, musste aber binnen eines Monats, im November 2019, zuschlagen. Mitunter gelten solche Aktionen aber sogar über viel kürzere Zeitraume, etwa ein Wochenende, heißt es in der Untersuchung.

"Quer über alle Tarife hinweg" ist zwischen 2016 und 2020 im Median der Preis von 15 auf 20 Euro gestiegen, also etwa 1,25 Euro pro Jahr. Das geht jedoch hauptsächlich auf das Konto der "Premium-Anbieter", also A1, "3" und Magenta. Bei den Discountern hielt sich der Tarifschnitt bei etwa 12 Euro, während er bei den drei Netzanbietern von 15 auf 24 Euro hochschnellte.

5G bringt höhere Preise und mehr Leistungen

Zuletzt sorgten die ersten 5G-Tarife für den Anstieg. Allerdings, so weisen die Verfasser der Untersuchung hin, bieten diese durchwegs Datenflatrates und eine Reihe von "Zusatzleistungen" – neben Smartphones etwa viele Freiminuten, bessere Bandbreitenzuteilung im Netz oder kürzere Hotline-Wartezeiten.

Tarife.at sieht zudem eine deutliche Zunahme von "Spezialtarifen". Allein das Angebot für Jugendtarife hat sich von 2018 auf 2019 von 13 auf 24 fast verdoppelt. Auch gibt es nun mehr Jahrestarife, die für eine Vorauszahlung von zwölf Monaten niedrigere Preise versprechen. (red, 09.03.2020)